Texte/Thesen (deutsch)

Marcel Prousts Sandtörtchen und die gespeicherten Klänge der Welt

… im Kon­text unser­er eige­nen Erin­nerun­gen. Aus meinem Beitrag für den SWR Docublog > Radioblog vom 18.02.2015. Um es ein für alle­mal zu sagen: Als Sender wie Empfänger beste­he ich auf meinen sub­jek­tiv­en Wahrnehmungen, mein­er Sicht der Dinge, meinen shades of life. Es hat Jahre gedauert, bis ich mich traute,
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Der gefrorene Augenblick

Fotografie und Hörkun­st – Zwei Aus­drucksmit­tel im Ver­gle­ich. Ansprache zur Eröff­nung ein­er Ret­ro­spek­tive von Arbeit­en des Fotografen Wolf­gang Schreier in Vok Dams ATELIERHAUS, Wup­per­tal (30. Juni 2019). Wir bei­de, lieber Wolf­gang, sind die Vertreter „armer“ Medi­en – der Fotograf und der Hör­funkau­tor. Dort, wo wir uns seit 50 Jahren herumtreiben,
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Radiofeature – wohin? H. K. spielt die konservative Karte

Ein Mail­wech­sel vor der Inter­na­tionalen Fea­ture Kon­ferenz (IFC) in Lublin 2015.  Am 18. Mai mailte Peter Leon­hard Braun: Lieber Hel­mut,  Als ich mich vor cir­ca 60 Jahren bemühte, Zugang zum Fea­ture zu find­en, also um Lohn und Brot durch Pro­gram­mar­beit —  da wurde eine einzige Sache von mir ver­langt: Ich
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Was Grass uns lehrt

Über den Autor als Homo politi­cus und  die Verbindung von ela­bori­ert­er Form mit pub­lizis­tis­ch­er Sorgfalt. SWR Dokublog > Radioblog vom 14. April 2015. Gün­ter Grass ist tot. Alles und noch mehr wurde zu diesem Anlass gesagt. Ich habe den Mann verehrt, mit­samt seinem späten SS-“Geständnis” und dem mis­s­rate­nen Israel-Gedicht –
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Bread and Butter

Der nüt­zliche Blick vom Fea­ture-Olymp. Über die Radio-Lei­den­schaft eines Pri­vat­funk-Reporters. SWR Dokublog > Radioblog vom 6. März 2015. Der Mann heißt Toni Schmitt, ist Mitte 40 und arbeit­et für 105.5Spreera­dio, die “junge Berlin­er Radio­sta­tion mit den besten Songs aller Zeit­en !”  Seine Vis­itenkarte ist eine qui­etschbunte Home­page – Ser­vice links
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RADIO IST SOUNDWIE WIR TÖNE ZUM SPRECHEN BRINGEN

Radio als Rekon­struk­tion der „Wirk­lichkeit“ und eine Kon­tro­verse zur “Über­be­w­er­tung” der Stereo­phonie, 2015. swr-Radioblog vom 25. 2. 2015. Merken Sie sich den Ter­min: 5. April, 20 Uhr ! Schal­ten Sie dann das Erste Pro­gramm des SFB-Hör­funks ein, und Sie wer­den eine Sen­sa­tion erleben!   (“Nacht­de­pesche” Berlin, 31. 3. 1967). Die
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WAS TÖNE SAGENUND WAS NICHT

Vom unschar­fen Klang akustis­ch­er Orte. Smart­phones, GPS-Sig­nale, „Klang­brück­en“ und Sound­kün­stler am Mis­ch­pult. Kön­nen wir San Fran­cis­co hören? swr-Radioblog vom 14. 2. 2015. All accu­rate descrip­tions for sound will be bio­graph­i­cal, based on per­son­al expe­ri­ence” (R. Mur­ray Schafer, “Voic­es of Tyran­ny — Tem­ples of Silence”, 1993).   “Meine” erste Stereo-Aus­rüs­tung –
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Features aus dem 18.Jahrhundert

Über Radiose­rien und den erzäh­lerischen Umgang mit Ver­gan­genem im Radiofea­ture. Nach­fol­gen­der Text erschien als Ein­führung zu meinem Buch „Katha­ri­na die Große“ (1988), beschreibt aber auch die Entste­hung der voraus­ge­hen­den gle­ich­nami­gen Serie von acht Halb­stun­den-Sendun­gen im SENDER FREIES BERLIN aus dem sel­ben Jahr. 1986 war eine zwölfteilige Serie „Peter der Große
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Der Ast, auf dem wir sitzen

Vom Reich­tum eines “armen” Medi­ums und dem Reiz dig­i­taler Spielzeuge. Aus meinem Beitrag für den swr Docublog > Radioblog vom 01.03.2015. “Tapfer, tapfer !” sagt mir ein Fre­und am Tele­fon, nach­dem er meine ersten Blogs gele­sen hat. “Das gute alte Dampfra­dio – kein Pub­likum, aber eis­ern daran fes­thal­ten !” Er
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Der Riss, in dem wir leben

Aus der Kor­re­spon­denz im Okto­ber 2012 während der Arbeit an „Objek­tive Lügen – Sub­jek­tive Wahrheit­en / Radio in der Ersten Per­son” mit einem Fea­ture-Enthu­si­as­ten über unsere Furcht vor dem medi­alen Gezeit­en­wech­sel. Lieber … Dein Echo hat mich umge­hauen. Län­gere Briefe bekom­men wir ohne­hin nur noch sel­ten. Und dann so einen
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Wer sind wir ? Und für wen ?

Appell für mehr Ord­nung im Radi­o­laden und Lob des Autors als Erzäh­ler. Aus meinem Beitrag für den swr Docublog > Radioblog vom 03.04.2015. Das Wort “Radio”, das als Fahne über unseren Tex­ten flat­tert, besagt alles und deshalb nichts. Meinen wir das tradierte Trans­port­mit­tel zwis­chen dem ein­samen Autor und den unbekan­nten
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Das ganze Leben

Fea­ture passt in keine Schublade – Eine Polemik (2007). Sehr geehrter Herr Redak­teur, wie ich Ihrer heuti­gen Mail ent­nehme, möcht­en sie mein Fea­ture über ver­gle­ichende Beobach­tun­gen bei der Erziehung von Hun­dewelpen und Kleinkindern nicht übernehmen. Das ist Ihr gutes Recht. Ich kenne die Gren­zen der Pro­gram­mgestal­tung aus eigen­er Erfahrung und
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Fix it in the mix – ein Brief aus der Praxis

über verän­derte Bedin­gun­gen und Arbeitsweisen im erzäh­len­den Radio­fach. 3. Juni 2009 Liebe K., ich beeile mich mit dem Ver­such ein­er Antwort, denn die Vor­bere­itung auf das „Oh!-Ton-Festival” in Pots­dam macht wie gewöhn­lich mehr Arbeit als voraus­ge­se­hen, und ich weiß nicht, was in den verbleiben­den acht Tagen noch alles auf mich
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Die Watchdogs sind los

Relotius und die Fol­gen. Ergänzte Fas­sung eines Ein­trags in den Dokublog > Radioblog des swr vom Früh­jahr 2019.   „Der Grund­fehler sein­er Arbeit lag nur darin, dass er kein Reporter ist, son­dern Schrift­steller“, schrieb der Münch­n­er SPIEGEL-Leser A.T. an das Mag­a­zin über jenen Autor, der nach sein­er „Ent­tar­nung“  (Dezem­ber 2018)
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Das Reportage-Feature in der vernetzten Welt

Fak­ten­samm­lung und Erleb­nis­bericht. Erschienen in CUT-Mag­a­zin (“Fea­ture-Work­shop” 2000) – Manch­mal kommt es mir vor, als schäme sich das Fea­ture sein­er Herkun­ft. Dann set­zt es den Feder­hut auf und nen­nt sich „Radiokun­st“ — und kann doch seine jour­nal­is­tis­che Herkun­ft nie ganz ver­leug­nen. Ver­sucht das Fea­ture näm­lich auf das Fak­tis­che, die „Wirk­lichkeit“
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Gedanken über das Große Radio-Feature

Redak­tionelle Vor­lage (I) – Anfang 1994. (1) Der Radiodoku­men­tarist, schrieb Alfred Ander­sch 1953, bewege sich in dem weit­en Raum „zwis­chen Nachricht und Dra­ma“. Das heißt u. a.: Unser Pub­likum hat Anspruch darauf, auf span­nende, möglichst unter­hal­tende Art informiert zu wer­den — und mit Span­nung sei die „ober­fläch­liche“ des Krim­i­nal­falls eben­so
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Auf der inneren Leinwand

Der Atmofilm  / Aus Fea­ture-Work­shop in CUT-Mag­a­zin, 2000: Im weit­en Feld “zwis­chen Nachricht und Dra­ma” (Alfred Ander­sch) kann Fea­ture alles sein — nack­te Wort-Erzäh­lung, wie sie der große Radio­plaud­er­er Horst Krüger so faszinierend beherrschte, Reportage, Mon­tage. Aber auch der gestal­tete “reine Ton”: Atmo- oder Hör­film. Film für die Ohren.  Die
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WIR und unser HANDWERKSZEUG

Zwei Beiträge über die Kohärenz von tech­nis­ch­er Entwick­lung und indi­vidu­ellem Anspruch. Ran an den Speck! Unter anderem Titel erschienen in CUT-Mag­a­zin (Fea­ture-Work­shop, 2000). ANFRAGE: Ich arbeite an einem Fea­ture über süd­badis­che Geburt­stags-Riten der 50er Jahre und möchte Zeitzeu­gen befra­gen. Allerd­ings wider­strebt es mir außeror­dentlich, diesel­ben durch meine Tonauf­nah­men zu belästi­gen. Alles
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Collage? Montage!

Was wir von Sergej Michailow­itsch & Kol­le­gen ler­nen kön­nen. Lose Gedanken zur Fea­ture-Dra­maturgie. Erschienen in CUT-Mag­a­zin (Fea­ture-Work­shop, 2000). Wenn wir sie beim Wort nehmen, kann Sprache ver­rä­ter­isch sein. Mein derzeit­iges Reiz­wort heißt „COLLAGE“. „Kól­la“ (griechisch) bedeutet „Leim“. „Col­lage“ (franzö­sisch) ist der Vor­gang — und das Ergeb­nis — des Zusam­men­leimens. Mein CD-Rom-Lexikon
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Geräusch-Inszenierung versus “Authentizität”

Einige Anmerkun­gen über die Vieldeutigkeit von Geräuschen im Radio. Erschienen in CUT-Mag­a­zin (Fea­ture-Work­shop, 2000). “Natür­lich erhal­ten Sie den O-Ton von Sevil­la”, schreibt der Autor an die Fea­ture-Redak­tion. Und er meint: Sevil­la soll in seinem Stierkampf-Fea­ture Hör­platz sein, akustisch anwe­send, unver­wech­sel­bar. Doch am Ende wird der Autor besten­falls eine Kollek­tion von O-Tönen aus
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