Fea­ture [ˈfi:tʃəʳ] Gesichts­zug, Grund­zug, Merk­mal, Kenn­zei­chen, Cha­rak­te­ris­ti­kum.
Im Rund­funk: ein län­ge­res, meist sehr per­sön­lich for­mu­lier­tes und dra­ma­tur­gisch gestal­te­tes Radio­stück, das ein all­ge­mein inter­es­sie­ren­des, oft „hei­ßes“ The­ma von allen Sei­ten beleuch­tet und „auf den Punkt bringt“. Fea­ture-Autorin­nen und ‑Autoren bezie­hen ihre Stof­fe immer aus der Wirk­lich­keit. Sie sind Jour­na­lis­ten und Radio­künst­ler zugleich. Sie arbei­ten mit allen Aus­drucks­mög­lich­kei­ten des Hör­me­di­ums: Spra­che, Geräusch, Musik…

OBJEKTIVE LÜGENSUBJEKTIVE WAHRHEITEN

Mein Werk­statt­be­richt aus über 40 Jah­ren Fea­ture-Arbeit erschien von 2013 bis 2016 im Ver­lag Mon­sen­stein und Van­ner­dat auf Papier. – Er beleuch­tet auf 379 Sei­ten die Erzähl­tra­di­ti­on des klas­si­schen Hör­funks, ver­tei­digt die sub­jek­ti­ve Autoren-Welt­sicht und plä­diert für den Erhalt des gro­ßen doku­men­ta­ri­schen Formats.

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SUDETJAK
Geschichte eines langen Heimwegs

Die­ser Text ist eine Wei­ter­erzäh­lung mei­nes Buchs “Mann im Mut­ter­land“ (2020). Auch er han­delt von gro­ßen Krie­gen und fami­liä­ren Schlacht­fel­dern. Vom Unrecht der Einen und der Ver­trei­bung der „Sudetjaks“ (ver­ächt­lich für „Sude­ten­deut­sche“) als Ant­wort der Ande­ren. Er han­delt vom lan­gen Leben einer Mut­ter in der „neu­en Hei­mat“, in der sie immer eine Frem­de bleibt, und vom Sohn im Schat­ten die­ser „Eiser­nen Wit­we“ – beim deut­schen Über­fall auf die Sowjet­uni­on hat sie ihren ers­ten und den zwei­ten Ehe­mann verloren.

Sie stirbt mit Hass im Her­zen, auch auf die heu­ti­gen Besit­zer des Eltern­hau­ses in Tsche­chi­en, die sie nie besucht hat. 

Mit dem Tod der Mut­ter könn­te die Hand­lung zu Ende sein. Doch 15 Jah­re spä­ter lan­det in der Mail­box des Autors ein E‑Brief, der die­ser Geschich­te eine ande­re Wen­dung gibt…

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