Texte/Thesen

Am Abgrund der Wahrheit

Was wir aus dem “Fall Relo­ti­us” ler­nen kön­nen Ein­trag in den Doku­blog > Radio­blog des swr, Früh­jahr 2019 In einem Brief schrieb mir unlängst mein Radio­kol­le­ge, der Hör­spiel-Autor und frü­he­re Dra­ma­turg Chris­toph Bug­gert: „Das Fake ist ja nicht nur eine Ent­stel­lung der Wirk­lich­keit — oder sagen wir: die alt­be­kann­te Form
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Alles muss raus

Zur geplan­ten Ein­stel­lung von Kul­tur­ra­dio hr2. (Stand: 10. August 2019) Ich habe geträumt. Es war ein Alb­traum. An der Tür im Funk­haus, durch die ich oft mit noch unge­bo­re­nen Sen­dun­gen unterm Arm in „mei­ne“ Redak­ti­on getre­ten bin, hängt ein Schild: „Wegen Geschäfts­auf­ga­be – Rest­pos­ten – bil­lig“. Links und rechts der
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Less is more

From a report on “Messa­ges with Mea­ning for our Tomor­row” at 40th Inter­na­tio­nal Fea­tures Con­fe­rence in Leip­zig, may 2014.  Lis­teners to Prix Euro­pe pre­sen­ta­ti­ons, Ber­lin 2011, crea­ting their own images – Pho­to­graphs by Jan Kopetz­ky (…) I refer­red to a num­ber of con­tri­bu­ti­ons with the fol­lo­wing essence: “One of the
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Marcel Prousts Sandtörtchen und die gespeicherten Klänge der Welt

… im Kon­text unse­rer eige­nen Erin­ne­run­gen. Aus mei­nem Bei­trag für den SWR Docu­blog > Radio­blog vom 18.02.2015. Um es ein für alle­mal zu sagen: Als Sen­der wie Emp­fän­ger bestehe ich auf mei­nen sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mun­gen, mei­ner Sicht der Din­ge, mei­nen shades of life. Es hat Jah­re gedau­ert, bis ich mich trau­te,
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Der gefrorene Augenblick

Foto­gra­fie und Hör­kunst – Zwei Aus­drucks­mit­tel im Ver­gleich. Anspra­che zur Eröff­nung einer Retro­spek­ti­ve von Arbei­ten des Foto­gra­fen Wolf­gang Schrei­er in Vok Dams ATELIERHAUS, Wup­per­tal (30. Juni 2019). Wir bei­de, lie­ber Wolf­gang, sind die Ver­tre­ter „armer“ Medi­en – der Foto­graf und der Hör­funk­au­tor. Dort, wo wir uns seit 50 Jah­ren her­um­trei­ben,
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Radiofeature – wohin? H. K. spielt die konservative Karte

Ein Mail­wech­sel vor der Inter­na­tio­na­len Fea­ture Kon­fe­renz (IFC) in Lub­lin 2015.  Am 18. Mai mail­te Peter Leon­hard Braun: Lie­ber Hel­mut,  Als ich mich vor cir­ca 60 Jah­ren bemüh­te, Zugang zum Fea­ture zu fin­den, also um Lohn und Brot durch Pro­gramm­ar­beit —  da wur­de eine ein­zi­ge Sache von mir ver­langt: Ich
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Was Grass uns lehrt

Über den Autor als Homo poli­ti­cus und  die Ver­bin­dung von ela­bo­rier­ter Form mit publi­zis­ti­scher Sorg­falt. SWR Doku­blog > Radio­blog vom 14. April 2015. Gün­ter Grass ist tot. Alles und noch mehr wur­de zu die­sem Anlass gesagt. Ich habe den Mann ver­ehrt, mit­samt sei­nem spä­ten SS-“Geständnis” und dem miss­ra­te­nen Isra­el-Gedicht –
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Bread and Butter

Der nütz­li­che Blick vom Fea­ture-Olymp. Über die Radio-Lei­den­schaft eines Pri­vat­funk-Repor­ters. SWR Doku­blog > Radio­blog vom 6. März 2015. Der Mann heißt Toni Schmitt, ist Mit­te 40 und arbei­tet für 105.5Spre­e­ra­dio, die “jun­ge Ber­li­ner Radio­sta­ti­on mit den bes­ten Songs aller Zei­ten !”  Sei­ne Visi­ten­kar­te ist eine quietsch­bun­te Home­page – Ser­vice links
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RADIO IST SOUNDWIE WIR TÖNE ZUM SPRECHEN BRINGEN

Radio als Rekon­struk­ti­on der „Wirk­lich­keit“ und eine Kon­tro­ver­se zur “Über­be­wer­tung” der Ste­reo­pho­nie, 2015. swr-Radio­blog vom 25. 2. 2015. Mer­ken Sie sich den Ter­min: 5. April, 20 Uhr ! Schal­ten Sie dann das Ers­te Pro­gramm des SFB-Hör­funks ein, und Sie wer­den eine Sen­sa­ti­on erle­ben!   (“Nacht­de­pe­sche” Ber­lin, 31. 3. 1967). Die
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WAS TÖNE SAGENUND WAS NICHT

Vom unschar­fen Klang akus­ti­scher Orte. Smart­pho­nes, GPS-Signa­le, „Klang­brü­cken“ und Sound­künst­ler am Misch­pult. Kön­nen wir San Fran­cis­co hören? swr-Radio­blog vom 14. 2. 2015. All accu­ra­te descrip­ti­ons for sound will be bio­gra­phi­cal, based on per­so­nal expe­ri­ence” (R. Mur­ray Scha­fer, “Voices of Tyran­ny — Temp­les of Silence”, 1993).   “Mei­ne” ers­te Ste­reo-Aus­rüs­tung –
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Features aus dem 18.Jahrhundert

Über Radio­se­ri­en und den erzäh­le­ri­schen Umgang mit Ver­gan­ge­nem im Radio­fea­ture. Nach­fol­gen­der Text erschien als Ein­füh­rung zu mei­nem Buch „Katha­ri­na die Gro­ße“ (1988), beschreibt aber auch die Ent­ste­hung der vor­aus­ge­hen­den gleich­na­mi­gen Serie von acht Halb­stun­den-Sen­dun­gen im SENDER FREIES BERLIN aus dem sel­ben Jahr. 1986 war eine zwölf­tei­li­ge Serie „Peter der Gro­ße
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Der Ast, auf dem wir sitzen

Vom Reich­tum eines “armen” Medi­ums und dem Reiz digi­ta­ler Spiel­zeu­ge. Aus mei­nem Bei­trag für den swr Docu­blog > Radio­blog vom 01.03.2015. “Tap­fer, tap­fer !” sagt mir ein Freund am Tele­fon, nach­dem er mei­ne ers­ten Blogs gele­sen hat. “Das gute alte Dampf­ra­dio – kein Publi­kum, aber eisern dar­an fest­hal­ten !” Er
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Der Riss, in dem wir leben

Aus der Kor­re­spon­denz im Okto­ber 2012 wäh­rend der Arbeit an „Objek­ti­ve Lügen – Sub­jek­ti­ve Wahr­hei­ten / Radio in der Ers­ten Per­son” mit einem Fea­ture-Enthu­si­as­ten über unse­re Furcht vor dem media­len Gezei­ten­wech­sel. Lie­ber … Dein Echo hat mich umge­hau­en. Län­ge­re Brie­fe bekom­men wir ohne­hin nur noch sel­ten. Und dann so einen
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Wer sind wir ? Und für wen ?

Appell für mehr Ord­nung im Radio­la­den und Lob des Autors als Erzäh­ler. Aus mei­nem Bei­trag für den swr Docu­blog > Radio­blog vom 03.04.2015. Das Wort “Radio”, das als Fah­ne über unse­ren Tex­ten flat­tert, besagt alles und des­halb nichts. Mei­nen wir das tra­dier­te Trans­port­mit­tel zwi­schen dem ein­sa­men Autor und den unbe­kann­ten
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Das ganze Leben

Fea­ture passt in kei­ne Schub­la­de – Eine Pole­mik (2007). Sehr geehr­ter Herr Redak­teur, wie ich Ihrer heu­ti­gen Mail ent­neh­me, möch­ten sie mein Fea­ture über ver­glei­chen­de Beob­ach­tun­gen bei der Erzie­hung von Hun­de­wel­pen und Klein­kin­dern nicht über­neh­men. Das ist Ihr gutes Recht. Ich ken­ne die Gren­zen der Pro­gramm­ge­stal­tung aus eige­ner Erfah­rung und
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Sound must communicate

Shrin­king audi­en­ces and bud­gets world­wi­de – how to face the cri­sis? / To use all tools of radio pro­duc­tion effec­tively but not for their own sake. / From the draft of a lec­tu­re as coach of the EBU Mas­ter School about “Sound rich Radio”. Date unknown. It was enter­tai­ning and
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Fix it in the mix – ein Brief aus der Praxis

über ver­än­der­te Bedin­gun­gen und Arbeits­wei­sen im erzäh­len­den Radio­fach. 3. Juni 2009 Lie­be K., ich beei­le mich mit dem Ver­such einer Ant­wort, denn die Vor­be­rei­tung auf das „Oh!-Ton-Festival” in Pots­dam macht wie gewöhn­lich mehr Arbeit als vor­aus­ge­se­hen, und ich weiß nicht, was in den ver­blei­ben­den acht Tagen noch alles auf mich
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Die Watchdogs sind los

Relo­ti­us und die Fol­gen. Ergänz­te Fas­sung eines Ein­trags in den Doku­blog > Radio­blog des swr vom Früh­jahr 2019.   „Der Grund­feh­ler sei­ner Arbeit lag nur dar­in, dass er kein Repor­ter ist, son­dern Schrift­stel­ler“, schrieb der Münch­ner SPIE­GEL-Leser A.T. an das Maga­zin über jenen Autor, der nach sei­ner „Ent­tar­nung“  (Dezem­ber 2018)
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Das Reportage-Feature in der vernetzten Welt

Fak­ten­samm­lung und Erleb­nis­be­richt. Erschie­nen in CUT-Maga­zin (“Fea­ture-Work­shop” 2000) – Manch­mal kommt es mir vor, als schä­me sich das Fea­ture sei­ner Her­kunft. Dann setzt es den Feder­hut auf und nennt sich „Radio­kunst“ — und kann doch sei­ne jour­na­lis­ti­sche Her­kunft nie ganz ver­leug­nen. Ver­sucht das Fea­ture näm­lich auf das Fak­ti­sche, die „Wirk­lich­keit“
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Gedanken über das Große Radio-Feature

Redak­tio­nel­le Vor­la­ge (I) – Anfang 1994. (1) Der Radi­odo­ku­men­ta­rist, schrieb Alfred Andersch 1953, bewe­ge sich in dem wei­ten Raum „zwi­schen Nach­richt und Dra­ma“. Das heißt u. a.: Unser Publi­kum hat Anspruch dar­auf, auf span­nen­de, mög­lichst unter­hal­ten­de Art infor­miert zu wer­den — und mit Span­nung sei die „ober­fläch­li­che“ des Kri­mi­nal­falls eben­so
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