Halleluja – oder Amen !

Christ­li­che Fun­da­men­ta­lis­ten auf dem Vor­marsch.

Ein Front­be­richt. 

SFB/ORB Fea­ture mit MDR, BR, HR und NDR (2003).



FLUGZEUGGERÄUSCH / EINSCHLAG DES PASSAGIERFLUGZEUGS IN DEN SÜDTURM DES WORLD TRADE CENTER / EINE FRAU SCHREIT:

OH, MY GOD ! OH, MY GOD ! OH, MY GOD !

Frau­en­stim­me  (DICHT)  Mein Gott !

WORSHIPRADIO-TRAILER  … On Sep­tem­ber 11th the world was chan­ged, as Osa­ma Bin Laden und his sup­por­ters have decla­red a Holy War on Ame­ri­ka and it’s values. How should Chris­ti­ans respond ? What is the real dan­ger of Islam ?  Ans­wers to tho­se ques­ti­ons and more today on “Truth On The Line”… 

Erzäh­le­rin (VOICE OVER) “Die Welt hat sich ver­än­dert an die­sem 11. Sep­tem­ber. Osa­ma Bin Laden und sei­ne Anhän­ger rie­fen zum Hei­li­gen Krieg gegen Ame­ri­ka und sei­ne Wer­te … Wie sol­len Chris­ten dar­auf ant­wor­ten ? Wie gefähr­lich ist der Islam?” 

SPRECHCHOR (O‑TON)  Jesus ! Jesus ! Jesus ! Jesus ! Jesus!

Erzäh­le­rin (DARAUFGott ist zurück – der Rache­gott des Alten Tes­ta­ments und der lie­be Vater mit dem wei­ten, wei­chen Rock. Ein glän­zen­des Comeback. 

BROTHER ROBERT E. ANDERSONWe tru­ly are living in trou­blous times. But I tell you: This can be the best time that the church has ever had…

Erzäh­le­rin (VOICE OVER) … Wahr­lich – wir leben in schreck­li­chen Zei­ten. Aber ich sage Euch: Eine bes­se­re Zeit hat die Kir­che viel­leicht nie gehabt!

Die “Kir­che” – das ist nicht der gute alte Sonn­tags­kreis der Bet­sch­wes­tern. Da tref­fen sich die “Gott­ge­salb­ten”, die “Geru­fe­nen”, die aus­er­wähl­te Schar; wie­der­ge­bo­re­ne Jün­ger des HERRN, Zeu­gen des Pfingst­wun­ders: “In den letz­ten Tagen wird es gesche­hen, so spricht Gott – Ich wer­de von mei­nem Geist aus­gie­ßen über alles Fleisch. Eure Söh­ne und Töch­ter wer­den Pro­phe­ten sein, eure jun­gen Män­ner wer­den Visio­nen haben und eure Alten Träume…” 

Sie reden “in Zun­gen”, tan­zen und tau­meln, zucken, zit­tern, schrei­en, lachen. Wun­der gesche­hen – vor aller Augen. 

In die­ser Kir­che geht was ab !

EINEBETHALLE DER BRASILIANISCHENASSEMBLEIA DE DEUS” / FLEHENDE UND SCHLUCHZENDE ANHÄNGER  / VOICE OVER

Erzäh­le­rin  Und so schrei­en sie in Rio und São Pau­lo. Die Bet­hal­len der neu­en Mega­kir­chen brum­men in Kiga­li und La Paz, in Hara­re, Mos­kau, Buka­rest. Hun­dert Mil­lio­nen “Cha­ris­ma­ti­ker” in Afri­ka und Süd­ame­ri­ka. Und eine hal­be Mil­li­on schon bei uns – in Deutschland.

DIE TAUBEHEIDELBERG / GEMEINDEGESANG MIT BAND-BEGLEITUNG

… Die Flut steigt / Die Flut steigt / Ich dan­ke Dir für Dei­ne Gna­de Herr / Ich hab Dich lieb / Und ich brauch Dich so sehr / Ich will Dich füh­len / Will Dich berüh­ren / Ich will Dich an mich zieh’n / Ich will Dich schme­cken, Herr…

VEREINZELTE VERZÜCKTE AUSRUFE 

Erzäh­le­rin  Jetzt nach Fei­er­abend ist das Hei­del­ber­ger Indus­trie-gebiet Rohr­bach-Süd eine ver­las­se­ne Gegend mit öden Con­tai­ner-Bau­ten. Kein Mensch, kein Ver­kehr auf den Straßen. 

Die cha­ris­ma­ti­sche Gemein­de, die sich abends hier ver­sam­melt, heißt “Die Tau­be”. Der Geist Got­tes flat­tert auch auf ihrer Home­page: www.DieTaube.org

Pier­rot Fey (AUF DIE ATMO): Ich glau­be, dass ein jeder Mensch über­na­tür­li­che Sin­ne hat. Und die kann man üben. 

Erzäh­le­rin Ihr Guru und Pro­phet ist Pier­rot Fey, gebür­ti­ger Franzose.

Pier­rot Fey  Unser Geist nimmt Kon­takt auf mit dem Geist Gottes. 

Und wir hören Infor­ma­tio­nen, die Gott uns geben möch­te durch sei­nen Geist. 

Pro­phe­ten pro­bie­ren mit ihrem Geist, Kon­takt zu haben mit dem Geist Got­tes auf der Basis der Bibel … 

GOTTESDIENST-ATMO HOCH / Pier­rot Fey  Die Flut ist die Güte Got­tes … Und Gott ist so gut, so gut … Kannst Du Dir vor­stel­len, dass die Güte Got­tes an Dir hoch­steigt, dass Du fast dar­in ertrinkst … Komm rein heu­te Abend … Komm ein­fach rein…  Ich möch­te, dass du die Güte Got­tes spürst !  Dass jeder heu­te Abend in der Güte Got­tes schwim­men kann … Die Flut steigt …Geh hin­ein und spür’ die Güte Got­tes … die Güte Gottes…

Amen.

DIE GEMEINDE SINGT / EINZELNE PFEIFEN DIE MELODIE MIT: Tau­che mich tief hin­ein, tief hin­ein / Ich will von Dei­nem Geist ganz umge­ben sein / Bis hin zum Über­fluss…  

Zeu­gin 1  Wir wur­den ange­wor­ben durch ein Fami­li­en­mit­glied. Und wenn man die­ses Fami­li­en­mit­glied seit Jah­ren kennt und liebt – dann schaut man sich das viel­leicht mal an. 

Die meis­ten Leu­te sind zwi­schen 30 und 40, die in so was rein­ge­ra­ten. Sie haben viel­leicht auch eine Lebens­kri­se. Es steht ’ne Schei­dung an. Oder mit den Kin­dern funk­tio­niert irgend­was nicht. Oder beruf­lich ist irgend­was nicht in Ord­nung – es ist ja eine gro­ße Fami­lie. Und sie füh­len sich dort wohl, sie sind dort glück­lich. Alle begrü­ßen sie mit Freu­de und mit Offen­heit und “Schön, dass Du da bist !” Sie wer­den in den Arm genom­men, sie wer­den da verwöhnt…

Eine Freun­din im Hin­ter­grund  Love bom­bing !

Zeu­gin 1  … Love bom­bing ! Das macht auch Sci­en­to­lo­gy ! Das machen die Psy­cho­kul­te genau so wie die Sek­ten. Das ist die­se Anwer­be­zeit. Und nach drei Mona­ten – bei man­chen dauert’s etwas län­ger — da wird zuge­schla­gen! Und gra­de Kopf­men­schen – die ras­seln völ­lig rein. 

DRESDEN, PULVERFABRIK (“KRAFTWERK”-JUGENDKIRCHE)

Pas­tor Wolf:  Ich dan­ke Dir Jesus, dass Du gekom­men bist und am Kreuz gestor­ben bist für jeden ein­zel­nen, Herr! Damit wir frei sein kön­nen von dem, was uns sonst bedrü­cken müss­te. So bet’ ich Herr, dass die­se Wahr­heit vom Kreuz, und die Kraft, die dar­in liegt, jetzt Rea­li­tät wird in die­sem Raum im Namen Jesu, Herr. Und ich bit­te, dass es beson­ders bei den Men­schen wirkt, denen es heu­te nicht gut geht, Herr. Die sich abge­lehnt füh­len und die sich fra­gen, wer bin ich eigent­lich. Und ich glau­be, dass Gott ihnen und euch sagen will, dass er gekom­men ist um Euch zu offen­ba­ren, wer Ihr seid, und dass Ihr wert­voll seid. Und dass Euer Leben einen Sinn, einen Plan und eine Zukunft hat. Und, Vater, ich bete, dass du das jetzt bestä­tigst in den Her­zen von die­sen Men­schen. Amen.

SONGMEIN GANZES LEBEN / GEBICH DIR“ / JUBEL UND BEIFALL

Pfar­rer Wolff   Ja, come on, plea­se ! It’s for you ! We love you ! Yeah ! … Okay!

Erzäh­le­rin  Jugend­kir­che “Kraft­werk”, Dresden-Nord.In der frü­he­ren Muni­ti­ons­fa­brik lob­preist die Nach­wen­de­ge­ne­ra­ti­on. Arme gereckt, Dau­men und Zei­ge­fin­ger gespreizt. Leuch­ten­de Augen. Kein Kreuz, kei­ne Hei­li­gen­bil­der. Par­ty­zo­ne mit Chill-Out-Bereich, Matratzenlager. 

Pas­tor Wolff:  Hey, seid locker !

Die Putz­ko­lon­ne heißt Clean­team, der Got­tes­dienst Wor­s­hip­e­vent, die Band heißt “Jesus­Bur­ger”. Das Out­fit lie­fert der Jesus-Freak-Internet-Shop.

Stim­me … Die T‑Shirts GOTT HAT MICH LIEB ! gibt es für gera­de mal 10 €  … Den 1‑MIL­LI­ON-JESUS-FREAKS-CAN’T-BE-WRONG-Kapu hau­en wir für 25 € ‘raus … Die Jesus-Müt­zen ver­schleu­dern wir zur Zeit für acht und die gestick­te Dor­nen­kro­ne für nur 28 €… 

Pfar­rer Gan­dow  Das sind in Wirk­lich­keit kei­ne Freaks, die sich zu Jesus bekehrt haben, son­dern das sind so Kin­der aus die­sen from­men Trup­pen­tei­len, die nu’ ooch gern star­ke Sprü­che machen wol­len, die eben nicht ‚Jesus du bist wun­der­bar’ son­dern ‚Jesus du bist geil’ sagen wollen.

Erzäh­le­rin  Der Sek­ten­fach­mann Tho­mas Gan­dow, Pfar­rer der evan­ge­li­schen Kir­che in Berlin-Brandenburg. 

Pas­tor Gan­dow  Das ist alles nur geklaut. Sze­ne wird umge­dreht auf christlich.

Erzäh­le­rin  Bekennt­nis­se.  

Ers­ter Jesus-Freak  (STARKE DRESDENER FÄRBUNG): Wenn wir Pro­ble­me haben, kön­nen wir zum Herrn gehen und wirk­lich das Herz ausschütten !

Wirk­lich, es geschieht Ver­än­de­rung dadurch. Man sagt immer: Beten – das hilft nicht. Aber das stimmt nicht ! Wenn man wirk­lich dar­um betet, dass Gott Ver­än­de­rung schenkt – das trifft auch wirk­lich ein. Das kann man nicht erklä­ren. Das ist eigent­lich gewal­tig, was da manch­mal pas­siert für Sachen, also… 

Zwei­ter Jesus-Freak  Das ist die Gna­de, die Gott hat­te – dass er sei­nen Sohn hat ver­re­cken las­sen am Kreuz, ganz blu­tig – und nicht irgend ’ne schö­ne Geschich­te dar­aus gemacht und so …Der Geist Got­tes kommt in einen rein und erfüllt einen. Das ist so geni­al.  Da könn­te man eigent­lich immer tan­zen, sin­gen … Und dafür tun wir ihn auch anbeten…

Drit­ter Jesus-Freak   Der ist auf­er­stan­den, der ist ja nicht tot ! Er ist wie­der zu Gott gefah­ren in den Him­mel. Und wir kön­nen mit ihm reden. Und das ist total cool.

Vier­ter Jesus-Freak   Ich kann mich nicht damit zufrie­den geben, dass, wenn ich ster­be, ich in ’ne Kis­te kom­me, ver­rot­te und alles weg ist. Und selbst, wenn es falsch sein soll­te, was ich glau­be, hab’ ich ein gutes Leben gehabt! 

Erzäh­le­rin Ihr Pas­tor sagt:

Pas­tor Wolff   Wir glau­ben, dass Gott eine rea­le Per­son ist – so wie Sie und ich, in einer ande­ren Dimen­si­on, die unse­rer natür­li­chen Wahr­neh­mung ver­bor­gen ist. So wie es vie­le Din­ge gibt in einer ande­ren Dimen­si­on. Und der Punkt ist, dass es irgend­wo eine Situa­ti­on gege­ben haben muss, in der man eine Schlüs­sel­erfah­rung hat­te; in der man erkannt hat, dass es die­se Per­son gibt. Und die­se Gewiss­heit ist schwer oder gar nicht zu ver­mit­teln. Die muss man erleben! 

RELIGIÖSE ROCK-SHOW IM STADION DER STADT SANTARÉM, AMAZONIEN / “BABY DO BRASILSINGT:  “HALLELUJAHALLELUJAGLORIA Á DEUS!” 

Erzäh­le­rin Im Sta­di­on der Stadt San­t­a­rém am unte­ren Ama­zo­nas gas­tiert “Baby do Bra­sil” mit ihrer Band, vor kur­zem noch ein Sex­sym­bol der kom­mer­zi­el­len Medi­en. Auch die Sän­ge­rin hat den Herr­gott ent­deckt, streckt die Arme aus zum Nacht­him­mel; küßt das Kreuz, das zwi­schen ihren Brüs­ten bau­melt. Und betet. 

DIE SÄNGERIN BETET

(VOICE OVERHerr, ich dan­ke Dir, dass ich hier sein darf … hier, an die­sem Ort … Ich möch­te ganz klein sein … klein und rein … Benut­ze mich, Herr! Mein Leben gehört Dir! 

JUBEL / HALLELUJA-RUFE / DARAUF:

Erzäh­le­rin  Die bra­si­lia­ni­sche IGREJA UNIVERSAL des selbst­er­nann­ten Pro­phe­ten und Dol­lar­mil­li­ar­därs Idir Mace­do besitzt über 2000 Tem­pel, 22 Radio­sen­der und 16 Fern­seh­sta­tio­nen, dar­un­ter die zweit­größ­te Sen­der­ket­te des Landes. 

Sie­ben Ver­tre­ter der Uni­ver­sal-Kir­che sit­zen heu­te als Abge­ord­ne­te im Bun­des­par­la­ment von Bra­si­lia, Dut­zen­de in den Lan­des­par­la­men­ten. Und selbst Luiz Iná­cio da Sil­va, genannt “Lula”, der Alt­mar­xist, war bei sei­ner Wahl zum Prä­si­den­ten auf die Hil­fe der Par­di­do Libe­ral ange­wie­sen — auf den poli­ti­schen Arm der bra­si­lia­ni­schen Pfingstbewegung.

Pfar­rer Gan­dow   Die Pfingst­ler und neo-cha­ris­ma­ti­schen Grup­pen in den USA oder in Deutsch­land sind rechts – zum Teil extrem rechts – orientiert. 

Die­se Grup­pen sind durch soge­nann­te Lei­t­er­schafts­tref­fen ver­netzt. Die geist­li­chen Lei­ter orga­ni­sie­ren sich durch ver­schie­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen. Eine ist “Full Gos­pel Busi­ness­men Fel­low­ship Inter­na­tio­nal”. Das ist eins die­ser Netz­wer­ke, wo die­se Kon­tak­te laufen. 

Sie haben Lob­by-Orga­nis­tio­nen, wie zum Bei­spiel den “Arbeits­kreis Christ­li­cher Publi­zis­ten”, und hier gibt es dann Kon­tak­te zu Poli­ti­kern über die­sen Arbeits­kreis, und die rei­chen von Otto von Habs­burg bis Björn Eng­holm oder Hans Apel, um nur die bekann­tes­ten zu nen­nen. Die Grup­pe hat auch Zugang zu den Medi­en, ins­be­son­de­re zum Sprin­ger-Ver­lag, zum ZDF, aber auch zur ARD, wo sie’s immer wie­der schaf­fen, in die Füh­rungs­eta­gen reinzukommen. 

Die haben natür­lich auch ’n gewis­sen poli­ti­schen Einfluss.

TOS-LOKAL BURSAGASSE, TÜBINGEN/ LEBHAFTE ATMO WÄHREND DER ESSEN-AUSGABE 

Alko­ho­li­ker   … Also so’n Rie­sen­christ bin ich nu’ nich … Ick hab mit 14 in Ber­lin ange­fan­gen  mit Dro­gen … Ick hab erst Dro­gen genom­men und dann getrun­ken … Und jetzt mach ick bee­des … Det is nich so ein­fach … Heu­te ist mein läp­pi­scher ach­ter Tag ohne Alk, aber ick glo­be nich, daß det lan­ge jut­jeht … Aber wenigs­tens ver­such ick’s mal ’ne zeit­lang ohne Alk … Irgend­wann hört’n Ent­zug kör­per­lich uff – denn iss’et der Geist da oben, der denn rumrumort ! 

AUF DIE AMTO:  

Erzäh­le­rin Die­se Sze­ne spielt im deut­schen Bible Belt — in den bibel­treu­en Süd­staa­ten der Repu­blik, nur hun­dert Schrit­te von Höl­der­lins Turm am Neckar­ufer entfernt. 

Ein Dut­zend Out­si­der um einen lan­gen Tisch – Alko­ho­li­ker, Straf­ge­fan­ge­ne auf Frei­gang, Jun­kies auf Ent­zug. In der Küche han­tie­ren Mit­ar­bei­ter der “Tübin­ger Offen­si­ve Stadt­mis­si­on”, abge­kürzt TOS

Ers­ter TOS-Mit­ar­bei­ter (STARK SCHWÄBISCHER AKZENT)  Wir beten mal kurz, komm … Herr, ich geb Dir die Ehre für alles, was Du uns tust im Leben. Dass Du Dich jedes ein­zel­nen Schick­sals annimmst, und dass Du Gebe­te kon­kret erhörst … Und Du Her­zen lenkst von Beam­ten und Poli­zis­ten. Du bist ein mäch­ti­ger Gott, Herr. Du bist ein gerech­ter Gott. Ich den­ke, dass Du ein Gott bist, der Wun­der tut, Herr … Ich dank Dir dafür, Jesus … Amen! 

Alle  Amen! 

Erzäh­le­rin  “Die TOS ist Teil der welt­wei­ten Gemein­de Jesu”, sagt ein Flug­blatt. Der HERR per­sön­lich habe ihr den Mis­si­ons-auf­trag erteilt. Aktu­el­les Ziel­ge­biet sind die “neu­en” deut­schen Bundesländer.

Zwei­ter TOS-Mit­ar­bei­ter   Ich möch­te erst mal Wolf begrü­ßen — der war über zwei Wochen weg. Der war in Uecker­mün­de  BEIFALL  Meck­len­burg- Vor­pom­mern ist ein Land, das gera­de sehr gro­ße Not hat. Es ist ein Bun­des­land, wo vom Wirt­schaft­li­chen her alles berg­ab geht … Arbeits­lo­sig­keit … Und wir haben jetzt dort ange­fan­gen, einen ähn­li­chen Dienst wie hier auf­zu­rich­ten. Ver­su­chen dort auch ’ne Gemein­de zu grün­den. — Wolf, komm!

Drit­ter TOS-Mit­ar­bei­ter  Ja, gut … Ich hab grad vor­hin dem Franz gesagt: 

Das Alko­hol­ein­stiegs­al­ter ist dort bei acht Jah­ren ! Acht ! Acht Jah­re .… Die haben Bezie­hun­gen, Bett­ge­schich­ten, ab zehn Jah­ren auf­wärts. Also Halt­lo­sig­keit bis zum Geh­t­nicht­mehr ! Und da sind wir ein­fach hin, und haben vier Wochen lang ’n Zelt auf­ge­stellt, und haben immer wie­der von der Lie­be Got­tes erzählt. Und sie kom­men! Sie kommen!

Erzäh­le­rin  Eine Bekehrung.

Drit­ter TOS-Mit­ar­bei­ter   Letz­ten Frei­tag war für mich wirk­lich ’n krö­nen­des Erleb­nis ! Und zwar war’n Tee­nie da, der sah aus wie Adolf per­sön­lich. Also so das Bärt­chen … Ja ! Und er hat gesagt: Ja, er macht sich tie­fe Gedan­ken über Adolf und über die gan­zen Aus­län­der hier. Und ich hab dann im Got­tes­dienst sehr klar gepre­digt: Leu­te, Jesus ist der ein­zi­ge, der Euch Hoff­nung ins Leben bringt. Ich hab ’n Kreuz auf­ge­stellt und hab mich dort hin­ge­kniet und hab gesagt: Wer jetzt erle­ben will, dass Jesus sein Leben ver­än­dert, der soll jetzt auf­ste­hen, sich neben mich hin­knien und sein Leben Jesus geben. 

Und dann kam ’n Zwölf­jäh­ri­ger vor, und dann stand neben mir plötz­lich die­ser Typ mit sei­nem Schei­tel. Und sagt zu mir: „Hey, ich will!“ -– über­leg mal: ’n Rech­ter, der vor nie­man­dem kniet, der lie­ber Leu­te vor sich knien hat und nie­der­tritt — kniet sich neben mich hin und betet das Gebet nach: “Jesus, ich kom­me zu Dir — ich bin ein Sün­der — ich brau­che Erlö­sung — mein Leben ist kaputt — ich bit­te Dich, mach Du aus mei­nem Leben etwas!” 

Ich sage Euch: Da war ein Schwei­gen in der Mas­se ! Hin­ter­her sind die gan­zen ande­ren Tee­nies bei denen vor­bei, haben ihnen auf die Schul­ter geklopft und gesagt: “Woah ! Das war mutig ! Das war total mutig!”

INTERNET-RADIO-JINGLE DERASSEMBLIES OF GOD(USA)

… With HIM not­hing is impos­si­ble … You are not alo­ne … GOD gives hope… 

Erzäh­le­rin  Mis­sio­na­re schwär­men um den Glo­bus. Gott, ihr HERR, spricht durch das World Wide Web. Tau­sen­de ver­quick­ter Links und Hyper­links füh­ren frü­her oder spä­ter in die USA, in “God’s Own Country”. 

Der Besu­cher einer rüh­rend deut­schen Homepage: 

Kind­li­che Stim­me   Ich will die­se Sei­te mei­nem lie­ben Vater im Him­mel widmen…

Erzäh­le­rin …lan­det nach weni­gen Klicks bei der ultrare­ak­tio­nä­ren “Ame­ri­can Legi­on” und den “Müt­tern der Sol­da­ten“ – “We wait … We cry … We worry … We pray … We are MILITARY MOMS”. 

Schon zur Zeit des Golf­kriegs 1991 dräng­te sich Star-Evan­ge­list Bil­ly Gra­ham an die Sei­te von Geor­ge Bush, dem Älte­ren. Und zur Amts­ein­füh­rung von Bush Juni­or sprach Fran­k­lin Gra­ham das Gebet. Chris­ten und Mos­lems sind für den Pre­di­ger­sohn aus den Ber­gen North-Caro­li­nas “ewi­ge Feinde”.

Alle Men­schen­grup­pen auf der Welt sol­len Gott den HERRN in Gestalt von Jesus Chris­tus anbe­ten und ihm gehor­chen … So steht’s im Internet.

Männ­li­che Stim­me … www.uscwm.org … To do this, we need what any gene­ral needs: 1) infor­ma­ti­on on the ter­ri­to­ry to be taken, 2) ways to mobi­li­ze the necessa­ry tro­ops, mate­ri­als and plans for uti­li­zing all he has to over­co­me the enemy… 

Erzäh­le­rin (VOICE OVER)  Dafür braucht der Gene­ral­stab – ers­tens: Alle Fak­ten über das zu okku­pie­ren­de Gebiet. Zwei­tens: Aus­rei­chen­de Trup­pen, Mate­ri­al und Schlachtpläne. 

Haupt-Mis­si­ons­ge­bie­te sind Latein­ame­ri­ka, Afri­ka und Osteuropa. 

EIN GOTTESDIENST DER PFINGSTGEMEINDE CLUJ/ DIE STIMMEN

DER GLÄUBIGEN (RUMÄNISCH)

Erzäh­le­rin  Cluj (frü­her Klau­sen­burg) in Trans­sil­va­ni­en. Sie­ben nagel­neue Tem­pel, jeden Sonn­tag prall gefüllt. Rot­wan­gi­ge Bäue­rin­nen, blas­se Klein­städ­ter in halt­lo­ser Ver­zü­ckung. Betend, schluchzend. 

Pfar­rer Gan­dow  Die Grup­pen, die dahin­ter ste­cken, sind in der Regel Leu­te mit ame­ri­ka­ni­schem Geld oder mit schwe­di­schem Geld. 

Erzäh­le­rin Der Sektenfachmann.

Pfar­rer Gan­dow  Die tun natür­lich den Ortho­do­xen Kir­chen enor­men Abbruch. Denn die Leu­te sind ja in den Jah­ren des Kom­mu­nis­mus völ­lig ahnungs­los auf­ge­wach­sen. Und irgend­wie wis­sen sie viel­leicht: Christ­lich is’ ja janz jut. Und bevor sie sich sel­ber bekrab­beln kön­nen, wird denen so was übergestülpt.

VERSAMMLUNGSRAUM IN  DRESDEN

Pas­tor Wolff   Amen  … OK … Wer von Euch erin­nert sich an eine Marei­ke, für die wir mal gebe­tet haben? Der es ziem­lich schlecht ging? Die im Koma lag? Wollt Ihr wis­sen, wie’s Ihr geht ?  RUFE DER ZUSTIMMUNG  Okay … Marei­ke, darf ich Dich mal bit­ten – das ist sie näm­lich. BEIFALL / JUBEL / MAREIKE DEUTLICH GEHBEHINDERT  Sie schafft es! Sie schafft es! Noch ein Schritt mit der Hil­fe des Herrn ! Cool ! 

Marei­ke    Soll ich erzähl’n? Das war in Leip­zig gewe­sen, da war ich auf dem Weg zur Uni mit­’m Fahr­rad … Und ’n  Lkw ist rechts abge­bo­gen, hat mich nicht gese­hen und ist dann über mei­nen Bauch gerollt … Ich hab immer gewusst, dass Gott da ist … man muss sich ja irgend­wo festhalten…

JUBEL UND BEIFALL

Pas­tor Wolff  Okay, Marei­ke … Wir wol­len Dich nicht län­ger strapazieren. 

Aber wir wol­len noch eins tun und für Dich beten. Ist das Okay?

LEISE MUSIK / Pas­tor Wolff   Wir dan­ken Dir, dass Du ein­ge­grif­fen hast, Herr — durch Ärz­te, durch Freun­de und übernatürlich! 

Mit­ar­bei­te­rin  Wir beten Vater, dass Du dei­ne Hän­de mit der hei­len­den Kraft auf sie legst und Stück für Stück wei­ter gehst. Dass sie ein Stück Dei­ner Herr­lich­keit, Dei­ner Kraft und Dei­ner Lie­be zu ihr ganz per­sön­lich auch durch klei­ne und gro­ße Wun­der wei­ter­hin erle­ben darf, Vater. Dass Du sie dadurch näher an dein Herz ziehst, Jesu. Ich bete, dass Du ihre See­le bewahrst in Dir, Jesus…

Mit­ar­bei­te­rin  2   Gott, ich bin total berührt von Dei­ner Lie­be zu Marei­ke. Ich dan­ke Dir, dass Dein Hei­li­ger Geist mäch­tig wirkt in ihrem Leben — Herr ! Und dass sie jeden Tag und jeden Schritt, den sie geht, Dei­ne Lie­be merkt. Und dass Du an ihrer Sei­te bist, Herr!

Pas­tor Wolff   Marei­ke, Gott sagt Dir, der Feind hat ver­sucht, Dein Leben zu zer­stö­ren. Aber ich, der Herr, habe Dich bewahrt, weil ich will, dass Du lebst und mei­ne Wer­ke ver­kün­dest. Ich habe Dich von Anfang an geliebt. Ich ken­ne Dich bei dei­nem Namen und ich habe Dich zu mir gezo­gen aus lau­ter Güte, sagt Gott. Du bist mei­ne Toch­ter, die ich lie­be und an der ich mein Wohl­ge­fal­len habe. Nach der sich mein Herz sehnt, über die ich begeis­tert bin, wenn ich sie sehe. Und Dein Leben soll ein Zeug­nis dafür sein, dass es einen leben­di­gen Gott gibt. Amen ! Wir freu­en uns, dass Du hier bist! Gott seg­ne Dich !   BEIFALL / JUBELRUFE

Erzäh­le­rin Gott heilt auch in Tübingen.

Ers­ter TOS-Pas­tor  Im  Neu­en Tes­ta­ment ist das nor­mal – es wird auch so bezeugt, dass Jesus Kran­ke geheilt hat. Und wir glau­ben, dass er heu­te – weil er der­sel­be ist, ges­tern, heu­te und in Ewig­keit — dass er heu­te die Din­ge tut! 

Zwei­ter TOS-Pas­tor  Wir haben inzwi­schen auch Zeug­nis­se, wo es wirk­lich Rönt­gen­auf­nah­men gibt vorher/nachher. Das kön­nen selbst die Ärz­te nicht mehr erklä­ren. Also, ich hab mir mal ins Bein geschos­sen. Ich war damals dro­gen­ab­hän­gig. Aber da ist ’ne Kugel gewe­sen hin­ten am Mus­kel. Und es gibt zwei Rönt­gen­auf­nah­men – eine, wo die Kugel da ist und eine, wo die Kugel nicht mehr da ist. Und die wur­de nicht raus ope­riert… Das ist jetzt ’ne Kleinigkeit… 

DIE TAUBE”, HEIDELBERG / SUMMCHOR

Pier­rot Fey   …emp­fang es… dass durch die Güte Got­tes die Hei­lungs­kraft da ist… dass sie so stark da ist, dass Dei­ne Müdig­keit zer­bro­chen wird, dass Dei­ne Blut­wer­te berührt wer­den … dass, wenn jemand Nacken­schmer­zen hat – leg’ Dei­ne Hand drauf — dass die weg­ge­hen jetzt … Die Nacken­schmer­zen sol­len weg­ge­hen , weil Du im Fluss der Güte Got­tes bist… weil Gott gut ist. Ich möch­te, dass im Fluss heu­te Abend hier Hei­lung geschieht … Für eine Frau, die Unter­leibs­pro­ble­me hat, Schmer­zen hat -– leg’ Dei­ne Hand drauf, es geht weg jetzt … Gott möch­te den Schmerz  jetzt weg­neh­men in sei­ner Güte … In der Güte Got­tes gibt es kei­nen Schmerz … Dass er weg­geht, weg­geht von Dir, ganz weg­geht … Gott berührt auch jeman­den, der Zahn­schmer­zen hat heu­te Abend … Du hast Ent­zün­dun­gen an dei­nen Zähnen…Gott möch­te sie jetzt berüh­ren… Tau­che tief hin­ein, tief, ganz tief … Wer­de wie ein Kind, ein ganz klei­nes Kind … Mhmmm … Komm’ ein­fach her­ein, so wie Du bist … Komm’ ein­fach hin­ein … Mhmmm … Emp­fan­ge es! … Tau­che mich…

GEMEINDE SINGT  … tief hin­ein, tief hin­ein / Tau­che mich tief hinein / 

Ich will von Dei­nem Geist / Ganz umge­ben sein…

AUF DIE KULISSE:

Pier­rot Fey  Ich war ein Geschäfts­mann. Ich hab’ das sehr gern gemacht. Aber ich hab’ so total den Ruf bekom­men von Gott, ich soll mit mei­nen Geschäf­ten auf­hö­ren und soll ihm voll­zei­tig die­nen, dass ich anfan­gen soll zu pre­di­gen, Kran­ke zu hei­len und die­se Sachen zu machen. Es sind schon zwölf Jah­re her. Und jeden Sonn­tag kom­men Leu­te, und die wer­den kör­per­lich geheilt. Auch heu­te Abend! 

Zeu­gin 1 (TROCKENMan kann es nicht glau­ben — aber die glau­ben ! Da putscht ja einer auch den ande­ren ! Also ich habe das erlebt. Ich bin dage­ses­sen, da war neben mir eine Frau, die hat wahn­sin­nig reagiert. Die war immer “Hah !” und “Ühhh !” …“Ach !“ Die krieg­te rich­tig Zuckun­gen ! Ja – und das steckt an! Sie kom­men ja auch in Zug­zwang irgend­wo ! Sie den­ken: “Mensch – war­um hat die die­se Erleb­nis­se und ich nicht !” Und dann zwei­feln sie an sich sel­ber ! “War­um spü­re ich das jetzt nicht ??”

Alles um mich her­um erzähl­te, wie toll das war und was für Erleb­nis­se sie hat­ten – Blit­ze und Far­ben gese­hen und alles. Und ich stand dane­ben wie so’n Häuf­chen Elend, weil ich nichts gese­hen hat­te. Und dann hab ich auch erzählt, dass ich etwas gese­hen habe. Es ist nor­mal, ver­ste­hen Sie! Sie wol­len ja dazu gehören! 

DIE TAUBE” 

Pier­rot Fey  Sie ist so stark die­se pro­phe­ti­sche Sal­bung … Man fühlt sich so leicht … Du hast so lan­ge auf  Erden gelebt und hast viel­leicht nicht mehr die­sen Wind gespürt … Heu­te  Abend ist er hier … Aahh … Dei­ne Schu­he sind über­flüs­sig … Sie stö­ren … Zieh sie doch aus … Mach dich ganz frei … Hier darfst Du in der Kir­che ohne Schu­he sein … Aahh … Ist gut ! … Emp­fan­ge ! … Amen ! … Mmhh…

Der Hei­li­ge Geist arbei­tet wie wel­len­wei­se über die gan­ze Erde. Und was so schön zu sehen ist: dass gleich­zei­tig auf der gan­zen Erde die sel­ben Sachen gesche­hen ! In Toron­to hat vor zehn Jah­ren bei­spiels­wei­se ein Phä­no­men ange­fan­gen, das sehr stark war: Wenn die Leu­te in den Geist gefal­len sind, fin­gen die an zu lachen. Und welt­weit hat man das gese­hen in Tau­sen­den cha­ris­ma­ti­schen Gemein­den, wo Leu­te manch­mal stun­den­lang betrun­ken waren und haben gelacht und gelacht … Seit zwei drei Jah­ren hat es so eine neue Wel­le: Gold­pail­let­ten fal­len wäh­rend dem Got­tes­dienst … Und die­se Gold­zäh­ne … Ich kann Dir einen zeigen…

 (ZEIGT SEINEN GOLDZAHN)

Repor­ter  Ja! Und der war plötz­lich da?

Pier­rot Fey  Ja! Und zwei ande­re hinten! 

Frau  Das ist Gold! Gold!  Sie­ben Stück! Da — da — und da!

Repor­ter  Ich kann’s sehen – ja, auf bei­den Seiten! 

Frau  Ich habe dann den Pas­tor am Ende vom Got­tes­dienst auf­ge­hal­ten und ihm gesagt: Ich hab Gold­zäh­ne im Mund. Und er hat gesagt: Ja, ich hab die Bestä­ti­gung vom Geist Got­tes, es stimmt. Und er hat mich dann nach vor­ne geholt und hat mit der Taschen­lam­pe rein­ge­guckt – also das war ein­deu­tig Gold. 

Und ich hat­te nie Gold­zäh­ne — mei­ne Tan­te glaubt mir das bis heu­te noch, weil die genau weiß, dass wir kein Geld haben. Mein Mann hät­te das nie bezahlt.

Älte­re Frau (SEHR BESTIMMT) Gott lebt ja in uns. Wir sind wie­der­ge­bo­re­ne Chris­ten, Jesus lebt in uns ! Die Herr­lich­keit Got­tes ist in uns. Und die Herr­lich­keit gibt uns die­se Geschen­ke, dass das Gold rich­tig aus unse­ren Hän­den oder das Öl aus unse­ren Fin­gern und Hän­den fließt! 

Älte­re Frau  Rei­ne Gna­de – rei­ne Gnade!

Jun­ge Frau  Ein Aben­teu­er! Das letz­te Aben­teu­er, was man noch erle­ben kann! Nicht wie Sci­ence-Fic­tion im Kino, son­dern ganz real. Direkt, eins zu eins! Das ist ein­fach phantastisch! 

KULISSE HOCH / VEREINZELTE SEUFZER UND AUSRUFE

Zeu­gin 3  Ganz am Anfang hat mir mei­ne Toch­ter erzählt, sie hät­te ech­tes Gold  in den Hän­den gehabt, im Got­tes­dienst. Dann haben sie sich inso­weit kor­ri­giert — dann war’s auf ein­mal der Hand­schweiß, der in der Son­ne wie Gold glänzt… 

Erzäh­le­rin  Eine besorg­te Mut­ter aus Hei­del­berg. Sie möch­te an der Stim­me nicht erkannt werden. 

Zeu­gin 3  Ganz gro­tesk wur­de es, als mei­ne Toch­ter behaup­tet hat, die Erde sei erst 6000 Jah­re alt. Die woll­te nur noch Gott die­nen und Mis­sio­na­rin wer­den – da haben wir ja auch Unter­la­gen drü­ber, dass sie sol­che Auf­trä­ge bekom­men hat. 

Sie hat ihren Freun­des­kreis auf­ge­ge­ben. Sie hat ihre hal­be Ein­rich­tung weg­ge­wor­fen. Hat sich gewei­gert, nor­ma­le Bücher zu lesen. Hat ihre Berufs­vor­be­rei­tun­gen ver­nich­tet. Hat nur noch Tag und Nacht reli­giö­se Kas­set­ten gehört, gefas­tet. Sich damit in Lebens­ge­fahr gebracht. Sie ist durch halb Deutsch­land gefah­ren, in immer neue Grup­pen, wo so Mas­sen­pre­dig­ten sind. 

Sie kam aus Frank­furt aus einer Mas­sen­ver­an­stal­tung, wie­der von so  einem ame­ri­ka­ni­schen Pre­di­ger, zurück mit einem Freund. Und die bei­den wirk­ten, wie wenn sie Dro­gen genom­men hät­ten. Und dann hab ich den Not­arzt geru­fen. Und dann ist sie frei­wil­lig mit in eine Kli­nik gegan­gen, eine psych­ia­tri­sche Klinik. 

Zeu­gin 2   Mein Sohn war zir­ka 15, 16 Jah­re alt – net ganz pfle­ge­leicht — und dann hat ihn mal beim Tram­pen ein Mit­glied von der TOS mit­ge­nom­men und ihn eingeladen. 

Erzäh­le­rin  Der Sohn hat die Grup­pe ver­las­sen. Doch die Mut­ter traut dem Frie­den nicht. Auch ihre Stim­me haben wir verändert.

Zeu­gin  Und wir haben uns auch mit dem jun­gen Mann unter­hal­ten, und dach­ten: Ha, jetzt müs­sen wir doch mal schau­en, wo der gelan­det ist. Und sind dann hin — die Atmo­sphä­re war sehr freund­lich dort in der Kirche.

Wir haben bloß gese­hen, dass hie und da jemand plötz­lich ohne Grund umge­fal­len ischt. Dem hat’s aber nix getan … Also ein­mal – ne jun­ge Frau, die ischt auf’s Gesicht, mit­samt der Bril­le auf den har­ten Boden … Das hat nix aus­ge­macht. Was ischt des jetzt ? Für uns war ’s ein Phä­no­men, was ist das jetzt?

SPRACHENGEBET (“ZUNGENREDENWÄHREND EINERERWECKUNGS-KONFERENZIN STUTTGART) … Hal­le­lu­jah … des­hi­da bala­ba­la daba­la daba­la dab Dan­ke, Hei­li­ger Geist … daba­la daba­labala­ba­la daba­la dabala…

Zeu­gin 2 (DARAUFEr hat plötz­lich mit ‘m soge­nann­ten Spra­chen­ge­bet angefangen.

Zeu­gin 1   Das ist der Hei­li­ge Geist oder wer auch immer, der dann durch sie spricht… 

 SPRACHENGEBET  … Hal­le­lu­jah … Moso­ba­da des­hi­da bala­ba­la daba­la daba­la daba­la da schi da… Hal­le­lu­ja… 

ZUNGENREDEN HOCH UND WEG

Zeu­gin 2  Nach dem Got­tes­dienst fühlt man sich, wie wenn man mit der Wasch­ma­schi­ne durch­ge­spült wor­den isch ! Man braucht Stun­den, um da wie­der ’n kla­ren Kopf zu bekom­men. Immer Action, immer was los! 

Zeu­gin 1  Sie sind ja völ­lig eupho­risch. Sie schwe­ben ja nur noch. Sie grin­sen blöd, sie mei­nen wun­der-wer-sie-sind. Sie gehö­ren zur Eli­te… Und dann ste­hen sie da. Und dann hält das so zwei, drei Tage an. Und dann muss das nächs­te kom­men. Nicht!  Ja kei­ne Pau­sen dazwischen! 

Zeu­gin 2  Der Sohn kam nur alle paar Mona­te mal heim. Und da durft’ man vie­le The­men über­haupt nicht anspre­chen. Alles, was ver­gan­gen ist – vor der TOS – war qua­si unwert. Für ihn waren wir kom­plett der Feind persönlich. 

FRAUENSTIMME AM TELEFON, STARK SCHWÄBISCH GEFÄRBT  

… Die hockt eines Tags in der Gos­se … Nix is, Rat­te hat’s … Und der hat sei­ne Koh­le, und sie sitzt nach­her blank …Die g’hö­re alle eig’sperrt … Die ganz’ Baga­ge … Alles geht kaputt, die Fami­lie isch kaputt, des Kind … In Wirk­lich­keit isch das alles nur Lug und Trug von A bis Z … Kucket se … Hei­der­n­ei … Ja, ich krieg heut noch Mate­ri­al, und das tu ich dann faxe…  Ja, ja … Gut … Da mel­de Sie sich noch mal … Ja, Tschüß­le … Wiederhören…

LEGT AUF  So schwätz ich Deutsch mit mei­ne Leut!

Erzäh­le­rin  Die Frau am Tele­fon heißt Wen­zel­bur­ger-Mack. Seit Jah­ren kämpft sie gegen “geist­li­che Ver­füh­rung” und Gewalt in soge­nann­ten Frei­kir­chen. An der Wand hängt das Bundesverdienstkreuz. 

Wen­zel­bur­ger-Mack  In dem Moment, wo Du nicht bei die­ser Grup­pe bist, bist Du qua­si des Satans. Also Du fährst zur Höl­le. Wenn mir das einer ein­impft und immer wie­der ein­impft – es könnt’ doch was Wah­res dran sein – gell!

Zeu­gin 1  Es geht immer um Geld und Macht. Es ist doch schön, wenn man Macht hat über ande­re Menschen. 

Zeu­gin 2   Klar ist, dass man sei­nen Zehn­ten entrichtet.

Zeu­gin 1   Das ist 10 Pro­zent vom Gehalt.

Zeu­gin 2   Die erben auch man­ches.. Also, wenn ’n Erbe ist — da gibt man ja vom Erbe auch den Zehn­ten! Die haben wirk­lich ein Talent!

Pas­tor der TOS   Das Wort Got­tes spricht ja ein­deu­tig von die­sem Prin­zip Saat und Ern­te. Und da wo ich säe, ern­te ich. Das macht jeder Bau­er. Und wir machen in der Tat auch phä­no­me­na­le Erfah­run­gen damit. 

Pfar­rer Schal­ler   Da sind auch Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren, eigen­stän­di­ge Geschäfts­leu­te dar­un­ter, die ein­fach – wie sie sagen – von der lau­en Art der Kir­chen abge­sto­ßen sind, die ein­fach mal Erfah­run­gen wol­len, die power wol­len, die das viel­leicht grad brau­chen. Und da läp­pert sich schon eini­ges zusam­men, wenn man den Zehn­ten nimmt. 

Erzäh­le­rin  Ein Pfar­rer der Amts­kir­che in Tübingen

Pfar­rer Schal­ler  Aller­dings – es ist alle­mal unter­halb der Strafrechtsgrenze. 

Zeu­gin 1  Gericht­lich kön­nen sie gar nix mehr machen ! Was ich immer höre, ist: “Ja, das ist doch ein erwach­se­ner Mensch, der geht doch frei­wil­lig da hin!” 

TOS-Pas­tor   Wenn jemand anfängt, in der Gemein­de sein Leben auf­zu­räu­men, dann fra­gen wir als ers­tes: Was ist mit Dei­nen Eltern? Bring die Bezie­hung mit Dei­nen Eltern in Ordnung! 

Erzäh­le­rin … behaup­tet die TOS.

TOS-Pas­tor  Wir schi­cken sie zurück zu den Eltern! Klär’ Dei­ne Bezie­hung — Hey, wo bist Du aus­ge­büxt? Dann klär’ das! Bring’ das in Ord­nung! Hey, da musst Du noch was in Ord­nung bringen! 

Zeu­gin 2  Mein Sohn war ja ins­ge­samt sie­ben Jah­re da. Und eines Tages ruft er an und sagt: Dann holt mich ! Und dann haben wir ihn geholt. Er war in ’nem Zustand wie in ’ner Psy­cho­se. Nicht mehr zu steu­ern und zu kalkulieren. 

Er hat­te ’n Rie­sen­mes­ser neben sich lie­gen gehabt – ’n Mes­ser ! Weil er sich so bedroht fühl­te – von den Geis­tern, die mit ihm da Ein­zug gehal­ten haben. 

Und nicht ein­mal hat jemand ange­ru­fen oder so. Weil die wuss­ten, in wel­cher Ver­fas­sung er war. 

Zeu­gin 1  Die Leu­te füh­len sich alle im Stich gelas­sen von der Poli­tik, sie sind alle ver­zwei­felt. War­um tut der Gesetz­ge­ber nichts? 

Pfar­rer Schal­ler  Wir sind ein welt­an­schau­lich neu­tra­ler Staat. Und so lang das straf­recht­lich nicht ver­folgt wird, kann und soll der Staat auch nichts machen. Wenn’s natür­lich an die See­len der ein­zel­nen Men­schen geht — ich weiß nicht, wie man die straf­recht­lich schüt­zen kann. Bei uns darf auch jeder rau­chen, und die All­ge­mein­heit zahlt sei­nen Lungenkrebs. 

GOTTESDIENST IN TÜBINGEN, EISENBAHNSTRASSE  /  DARAUF:

Erzäh­le­rin  Hin­ter dem Güterbahnhof:die Bet­hal­le und das Haupt­quar­tier der TOS. Zu den bei­den „Erweckungs–Gottesdiensten“ am Wochen­en­de sind drei- bis vier­hun­dert Gläu­bi­ge ver­sam­melt. Wie die meis­ten Frei­kir­chen, ist auch die­se streng hier­ar­chisch orga­ni­siert. An der Spit­ze Jobst Bitt­ner, unan­ge­foch­te­ner Chef der Gemein­de. Dar­un­ter der „Lei­tungs- und Ältes­ten­kreis“, noch wei­ter unten ein 30köpfiges Team von „Ver­ant­wort­li­chen“ . Sie­ben „Distrikt­lei­ter“ betreu­en soge­nann­te „Zell­grup­pen“.

Der Pre­di­ger schrei­tet – federnd wie Micha­el Jack­son – das Podi­um ab. Ein Mann um die 40. Offe­nes Sport­hemd, irdi­scher Blick. Ganz und gar undämonisch .

STIMME DES PREDIGERS IM HINTERGRUND

Kein Zwei­fel: Der hat Cha­ris­ma. Die Gemein­de klebt an sei­nen Lip­pen — Frau­en, Män­ner, Kin­der. Er sagt “Du” und “Ihr” und “Hey !” Sei­ne Pre­digt ist ein Wech­sel­bad – klei­ne Wit­ze, Lob und Tadel, Trost … Die gan­ze Ska­la der Empfindungen.

Pfar­rer Schal­ler  Der glaubt das, was er sagt ! Viel­leicht hat er manch­mal noch’n paar nüch­ter­ne Momen­te, irgend­wann mal daheim im stil­len Käm­mer­lein. Aber ansons­ten wird er von Erwar­tun­gen erpresst; hat sel­ber groß­ar­ti­ge Erwar­tun­gen; stellt was dar und jubelt sich hoch, dass er wirk­lich sich dann wie das Sprach­rohr Got­tes vor­kommt. Der steht sel­ber unter Erfolgs­druck ! Das Kreuz Jesu Chris­ti ist mir aber ein Zei­chen zunächst ein­mal für einen Misserfolg…

GEMEINDEGESANG HOCH (Jesu, wir erhe­ben Dich / Unser König bist Du)  BLENDE IN AUSSEN-ATMO HINTER DER BETHALLE 

TOS-Anhän­ge­rin, fröh­li­che Stim­me … Mei­ne gan­ze Tübin­ger Zeit – da bin ich eher von Gott weg­ge­kom­men. Bei mir war plötz­lich so was von 68er Geist ein­ge­kehrt. Ich woll­te alles ken­nen­ler­nen, was es so gibt. Und da war ich in Tübin­gen genau rich­tig, da gab’s alles. Und da dacht ich: Boa – toll! 

Erzäh­le­rin  Nach dem Erwe­ckungs-Got­tes­dienst. Eine Gläu­bi­ge erzählt ihr Leben. Und ein TOS-Funk­tio­när hört schein­bar unbe­tei­ligt zu. 

TOS-Anhän­ge­rin Aber neben­bei kam raus: Mei­ne Bezie­hung ist kaputt, ich kam mit mei­nem Part­ner nicht mehr klar. Ich hat­te ’n wun­der­schö­nes Kind — aber ’s ging nicht mehr. Mach’ ich mein Stu­di­um fer­tig ? Über­nehm’ ich die Gast­stät­te mei­ner Eltern ? Da war auf ein­mal ein Rie­sen­cha­os. In mei­nem Kopf war Verwirrung. 

Erzäh­le­rin  Der Funk­tio­när ist mit dem State­ment zufrie­den. Sein Blick signa­li­siert Zustim­mung. Die Geschich­te der jun­gen Frau ent­hält alle wir­kungs­vol­len Zuta­ten: Wil­de Jugend, Jam­mer­tal, Bekeh­rung, Heim­kehr. Ein Bilderbuchbekenntnis.

TOS-Anhän­ge­rin  Ich hab geheult. Und in der Nacht bin ich wach gewor­den, und Gott hat zu mir gesagt: “Ich hab Dich bei Dei­nem Namen geru­fen, Du gehörst zu mir!“

AUSSEN-ATMO WEG

Ers­ter TOS-Pas­tor   Wenn man das Über­na­tür­li­che aus der Bibel streicht, dann kommt – glaub’ ich – nicht mehr viel ‘bei raus ! 

Zwei­ter TOS-Pas­tor   Ich bin einer, der aus der Hip­pie-Bewe­gung kommt und zu den Jesus Freaks auch so ’n biss­chen gehört hat. Und ich bin über­na­tür­lich … in mir hat was gezo­gen, und ich hab plötz­lich die Bibel genom­men und wuss­te, ich muss das lesen! Das isses! 

Pfar­rer Schal­ler  In allen die­sen Grup­pen, hab’ ich beob­ach­tet, gibt es nur eine bestimm­te Art, Bibel zu lesen. Wie ein Stein­bruch nimmt man … Haut genau das raus, was man braucht. Und den Stein wirft man dann. Sie wird weder zärt­lich noch behut­sam noch im Zusam­men­hang behan­delt noch abwar­tend noch — wie Luther das mal gesagt hat -, dass man das ein­fach wie­der­käu­end mit sich ins Bett nimmt und wir­ken lässt. Son­dern da ist das Wort, das Fel­sen zer­schmeißt — und zwar die­ses Wort, das man aus dem Zusam­men­hang reißt wie’s einem gera­de in sein eige­nes Macht­ge­fü­ge passt. Und das halt ich für einen geist­lo­sen Umgang mit der Schrift. 

Der Name “Kir­che” ist ja nicht patent­recht­lich geschützt, es kann damit jeder hau­sie­ren gehen. Das ist das Elend.

Pfar­rer Gan­dow  Sie leh­nen die Amts­kir­che ab, benut­zen aber Amts­ti­tel. “Pas­tor” ist nicht irgend eine Phan­ta­sie­be­zeich­nung wie “Tam­bour­ma­jor” oder so, son­dern das ist eine Amts­be­zeich­nung, die nach 132 StGB geschützt ist. 

Ich habe neu­lich mal Leu­te ange­zeigt wegen die­ses Titel­miss­brauchs – es war der  Ver­ein in Ber­lin der sich “Gebrauchs­kir­che e.V.” nann­te. Und die haben dann ihre Ver­klei­dung abge­ge­ben und haben erklärt, dass sie auf die Titel­füh­rung ver­zich­ten und sind dann gegen eine Buße lau­fen gelas­sen worden.

Zeu­gin 1  Mit die­sem Mis­sio­nie­rungs­wahn grün­den sie stän­dig irgend­wo Krei­se. Also hier rings um Hei­del­berg gibt es unzäh­li­ge sol­cher Grup­pen. Dann instal­lie­ren sie in Hoch­schu­len und Schu­len Bibel­krei­se und Grup­pen und unter­wan­dern Insti­tu­tio­nen. Ich weiß es von Kran­ken­häu­sern, wo plötz­lich auf Sta­tio­nen die Sozi­al­ar­bei­ter oder Pfle­ger sol­che Din­ge ver­brei­ten und den Pati­en­ten über-stül­pen. Das hat schon Methode. 

INGOLF ELLSSEL VOR FUNKTIONSTRÄGERN DESBFP” — BERLIN

Ingolf Ell­ßel  … Wir wer­den unse­re Haupt­stadt besu­chen – aber nicht als Tou­ris­ten, son­dern als Kämp­fer des Glau­bens ! Wir wol­len sie besu­chen und den Namen Jesu Chris­ti auf die Stra­ße bringen. 

Erzäh­le­rin  Ingolf Ell­ßel, Prä­ses im Bund Frei­kirch­li­cher Pfingst­ge­mein­den, ruft zu einem from­men Auf­marsch nach Ber­lin. Sechs- bis sie­ben­hun­dert­tau­send deut­sche Chris­ten lebe­nih­ren Glau­ben cha­ris­ma­tisch aus, dar­un­ter auch 12 000 Katholiken. 

Ingolf Ell­ßel   Ich möch­te mit Euch ‘rein in die Ver­hei­ßung, dass unser Herr unser deut­sches Volk liebt hat !   JUBEL, BEIFALL  Mensch – der Pau­lus ist allein los­ge­zo­gen mit einem klei­nen Team und hat die gan­ze Gegend da erschüt­tert ! Ich bit­te Euch – hier sitzt doch ein ganz ande­res Poten­ti­al ! Wenn wir das zusam­men tun in Euro­pa  kön­nen wir doch  auf­ste­hen … Und wir wer­den sehen, dass wir die Fern­seh­kon­ta­ke hoch­fah­ren! Wir wer­den der Bild­zei­tung schon ’ne Sto­ry geben im Vor­feld  BEGEISTERUNG  Betet mal für vie­le Kame­ras von den Pri­va­ten und Öffent­li­chen! Wir wol­len in die Kame­ra hin­ein Wor­te der Pro­phe­tie geben! 

Denn, unser Volk ist sün­dig, und unser Volk ist krank! 

Ana Mén­dez (AUF MUSIK / ENGLISCH MIT DEUTSCHER ÜBERSETZUNG): 

… Durch den Hei­li­gen Geist hören wir die Wor­te … die Grö­ße Got­tes … Und wir hören auchDas ist die Stun­de der Befrei­ung für Deutsch­land … Und wenn ich die­se Wor­te aus­spre­che: Die Stun­de der Befrei­ung für Deutsch­land … dann kann ich die Sal­bung spü­ren, die Sal­bung für die Befrei­ung einer gan­zen Nati­on … Öff­ne Dei­nen Geist… öff­ne Dei­nen Geist ! …

Erzäh­le­rin  Tübin­gen. Ein­Ga­la­abend mit der Mexi­ka­ne­rin Ana Mén­dez (48), die jetzt in den USA lebt, Star der cha­ris­ma­ti­schen Bewegung. 

Ana Mén­dez  … Das ist eine Stun­de der Befrei­ung  (EMPHATISCH) … Ich hab gesagt: Das ist eine Stun­de der Befrei­ung … Hal­le­lu­ja !  BEIFALL UND RUFE  Halleluja !! 

Erzäh­le­rin  Sie heilt Kran­ke wie am Fließ­band; spricht in frem­den Spra­chen, die sie nie gelernt hat. Sie ver­treibt Dämo­nen und weckt Tote wie­der auf. Nach Gebets­feld­zü­gen unter ihrer Lei­tung bre­chen Busch­brän­de und Wir­bel­stür­me aus, und die Erde bebt. 

Pas­tor Gan­dow  Die sagen: Deutsch­land ist eine Nati­on, die von Gott geschaf­fen wor­den ist mit beson­de­ren Füh­rer­ei­gen­schaf­ten. Bis jetzt wur­den die­se Füh­rer­ei­gen­schaf­ten immer zum Nega­ti­ven gebraucht, aber jetzt soll’s zum Posi­ti­ven gebraucht wer­den … “Am deut­schen Wesen soll die Welt genesen“!

Da gibt es Pro­phe­zei­un­gen wie zum Bei­spiel von Emmy Par­ker in ‚Bild für Deutsch­land’, wo dann immer die­se beson­de­re Rol­le von Deutsch­land betont wird. Die stel­len sich vor, Gott hat zwar theo­re­tisch alles unter Kon­trol­le. Und Jesus hat den Teu­fel besiegt. Aber der Teu­fel bezie­hungs­wei­se sein Fuß­volk weiß das noch nicht. Und jetzt sind über­all noch Dämo­nen – so wie Wehr­wöl­fe – in den Nes­tern. So Wider­stands­kämp­fer. Und da muss man jetzt hin­ge­hen und den Sieg Jesu über den Teu­fel pro­kla­mie­ren. Und dann glau­ben sie, dass es über den Län­dern und Regio­nen Dämo­nen gibt, die über die Län­der herr­schen. Und die­se Dämo­nen müs­sen ver­trie­ben werden.

KULISSE HOCH  Ana Mén­dez: … Das Feu­er ist hier … Das Feu­er ruft Dich … Das Feu­er ruft ! … Schau auf das Feu­er … Und wenn Du spürst, dass sich etwas in der Dir bewegt … Lass dich berüh­ren, lass dich ver­än­dern.… Renn’ hier nach vor­ne! … Schara­bab­b­aba­ra­sa … Hokom­ma­ma­sch­ab­ha­see … (SINGT) Das Feu­er ist hier … Hor­ro­komm-mama­ras­heek … An die­ser Büh­ne ist etwas, das nicht mehr mensch­lich ist … Lass dich berüh­ren! … Laß dich ver­än­dern! … Das ist kein Men­schen­wer! … Das ist ein Werk des Hei­li­gen Geis­tes! … Das ist ein apos­to­li­sches Feu­er … für Deutschland… 

LANGSAME AUSBLENDE und ABSAGE

Reli­gi­ös diskriminierend” ?

Ant­wort auf einen Hörer­brief (Ber­lin, 26. April 2004)

Sehr geehr­ter Herr M., 

haben Sie vie­len Dank für Ihre Zuschrift vom 7. April, die von der Fea­ture-Redak­ti­on des Deutsch­land Radio Ber­lin an mich wei­ter­ge­lei­tet wurde ! 

Als Autor der Sen­dung  –  Sie wer­den das ver­ste­hen –  kann ich Ihre Kri­tik mit mei­nen Inten­tio­nen nur teil­wei­se in Ein­klang brin­gen. Wenn ich dar­über hin­aus die Gefüh­le eini­ger Zuhö­rer ver­letzt haben soll­te, tut mir das aller­dings leid.

Als “reli­gi­ös dis­kri­mi­nie­rend” war das Fea­ture schon des­halb nicht gemeint, weil ich einen Groß­teil der behan­del­ten Phä­no­me­ne weni­ger dem Reli­giö­sen zurech­ne, als höchst irdi­schen Inter­es­sen­sphä­ren: Macht und Kom­merz. Bana­ler aus­ge­drückt: Nicht über­all, wo “Kir­che” drauf­steht, ist Kir­che drin. Allein auf die­sen Umstand bezog sich mei­ne Kritik.

In der gebo­te­nen Kür­ze einer 54-Minu­ten-Sen­dung woll­te ich auf den im Unter­ti­tel benann­ten “Vor­marsch” neu­er Grup­pie­run­gen auf­merk­sam machen, die eine welt­wei­te Domi­nanz des christ­li­chen Glau­bens anstre­ben – wie auf Tau­sen­den von Web-Sites nach­les­bar. Ich möch­te dar­an erin­nern, dass Reprä­sen­tan­ten der bei­den gro­ßen Amts­kir­chen wäh­rend des Irak-Kriegs noch viel vehe­men­ter die macht­po­li­ti­sche Instru­men­ta­li­sie­rung des christ­li­chen Glau­bens ange­pran­gert haben.

Bei der Gestal­tung mei­nes Bei­trags hielt ich mich vor allem an Ein­drü­cke wäh­rend mehr­mo­na­ti­ger Recher­chen und kei­nes­falls an vor­ge­fass­te Mei­nun­gen. Im übri­gen stimmt die Mehr­zahl mei­ner Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen dar­in über­ein, dass im Fach “Fea­ture” – anders als in den aktu­el­len Sen­dun­gen des Rund­funks – die per­sön­li­che Mei­nung des Autors durch­aus deut­lich wer­den soll. Zu Recht wird Aus­ge­wo­gen­heit von unse­ren Pro­gram­men ins­ge­samt eingefordert.

Als Funk­au­tor woll­te ich mit die­sem – zuge­ge­ben sehr “kom­pak­ten” Erlebnisbericht – 

Dis­kus­sio­nen über eine Ent­wick­lung ansto­ßen, die ich für bedenk­lich halte.

Unser Mei­nungs­aus­tausch könn­te ein Teil die­ser Aus­ein­an­der­set­zung sein.

Mit freund­li­chen Grüßen –

Ihr …


➤Fea­tures (deut­sch/­In­fo-Tex­te)