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Zugegeben: Das World Wide Web hat dem Publikum die Emanzipation vom journalistisch Vorgekauten beschert. Der Mensch des 21. Jahr-hunderts informiert sich „on demand“. Es gibt immer weniger Herr-schaftswissen dank Internet. Und das ist gut. In der Flut scheinbar gleichwertiger Text- und Bildnachrichten droht der emanzipierte Netsurfer allerdings zu ertrinken.
An dieser Stelle (Blitz & Donner !) tritt der seit Jahren verschollene Reporter auf, das Individuum, der Mensch hinter den Bildern und Tönen - Leuchtturm für Netsurfer. Er könnte den Dingen ein kenntliches und menschliches Gesicht zurückgeben. Er könnte das Unfassbare des weltweiten Informations-Netzes an die überschaubare Alltags-Welt anzukoppeln - an eine Welt mit Morgen und Abend, Regen und Sonnenschein, Herbst und Winter, Freude und Frust.
Neugier und der Drang, zu ent-hüllen, sind die Haupt-Tugenden des Reporters, der diesen Namen noch verdient; der nicht nur draufhält, wo es knallt und brennt und wo gestorben wird. Stellvertretend für uns alle sieht und horcht er hin, aus nächster Nähe, ohne Scheuklappen. Er vereint den kindlich-neugierigen und den analytischen Blick. Er „hat eine Nase“ und steckt sie überall hinein - ein Ent-Decker, ein Sir Stanley oder David Livingstone oder Neil Armstrong des Alltags; einer, der durch jede Tür geht, in jeden Topf guckt.
Als mitdenkendes und -leidendes Wesen taucht der Reporter ein in die Wirklichkeiten anderer, ein Fisch unter Fischen in fremden Gewässern (aber nur selten anzutreffen in den Hotel-Swimmingpools). Seine Unabhängigkeit - nicht zu verwechseln mit dem buchhalterischen, zu Indifferenz oder Missbrauch einladenden Begriff „Objektivität“ - erlaubt ihm, versuchsweise die Position der
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