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unserer Umwelt durch optische. So kommt es, dass wir auf der anderen Straßenseite - durch all den Verkehr hindurch - eine Person schreien hören (sie reißt ja den Mund auf, sie tut aufgeregt u.s.w.) - doch die Aufnahmeapparatur registriert nichts dergleichen, nur einen Cocktail aus Motorenlärm.
Das Grundgeräusch unserer Umwelt - ein tiefenbetontes Breitbandgeräusch (der kanadische Komponist und Kommunikations- wissenschaftler Richard M. Schafer spricht von einer "LoFi-Lautsphäre") verschlingt/ eliminiert die einzelnen im Raum verteilten Schallsignale unterschiedlicher Frequenz und Modulation. Es bleibt: ein Gemenge, ein Brei, akustischer Schlamm. Das Klangbild, das der Mensch früherer Zeiten dank seiner beiden Ohren immer stereophon - räumlich wahrgenommen hat, tendiert heute zur Monophonie (gleich Monotonie). Die akustischen Informationen in ihrer Massierung löschen einander gegenseitig aus - als würde ein und das selbe Blatt Papier immer und immer wieder beschrieben, bis nichts mehr zu entziffern ist.
Die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung unterscheidet sich von der technischen Aufzeichnung und Übermittlung eines Schallereignisses noch in einem anderen wesentlichen Punkt: Der Mensch am Ort des Geschehens ist in der Lage, eine Situation (also auch ihre akustische Komponente) augenblicklich - "in the flash of an eye" - in sich aufzunehmen. Sie schmilzt "im Augenblick" zusammen..
Unser Medium hingegen ist die Zeit, das Verstreichen von Zeit. Was das Auge mühelos in Sekundenbruchteilen "liest", muss unser Ohren-Hirn-Komplex zumeist erst analysieren und interpretieren, das heißt wohl auch: in "Bilder" umsetzen. Das Geräusch der heran- donnernden Lokomotive läßt meinen Hirnspeicher ein ganzes Arsenal von Lokomotiv-Abbildungen und -Eigenerinnerungen
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