wesentlich mit dem selbstvergessenen Ohr, anstatt mit den flinken, abschätzenden Augen zu reagieren, in gewisser Weise dem spätindustriellen Zeitalter und seiner Anthropologie" widerspreche.

"Der" O-Ton aus Sevilla ? "Liefern Sie O-Töne (Plural)", müsste der Redakteur seinem Stierkampfspezialisten antworten, möglichst viele selektiv gehört und aufgenommen. Und erschaffen Sie Sevilla neu - im Studio. Sie können es nicht einfach aufnehmen !"

Erst die Ton-Mischung nach der subjektiv erlebten Wirklichkeit (nach der Erinnerung des Autors) stellt die Vielfalt und Dynamik des akustischen Ortes Sevilla wieder her. Der Geräusch-Inszenator hat das wundervolle - wohl auch ziemlich einsame - Privileg, Zeit und Raum seines Radio-Features zu beherrschen. Er schafft ein kontrolliertes Nacheinander. Den einfältigen technischen Tonver- arbeitungs-Komplex, der nur summarisch fressen kann, füttert er dosiert mit den Bestandteilen des "Soundscape".

Er transportiert das Fragmentarische seiner Schallaufnahmen in die Zeit- und Raumebene der Sendung; weist ihnen Ort, Zeitpunkt und Bedeutung zu.

Kein Job für Puristen. Autoren- und Regisseurs-Handwerk.

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