auch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks) "als erstes klargemacht, nicht mehr als anderthalb oder zwei, aller-höchstens aber drei Minuten für ihre Beiträge zu planen". Sie lernten nicht, ein Thema zu entwickeln. Es genüge, das Thema anzureißen, zu "überfliegen". Die "Formate" oder "Programm-Profile" verlangten es so.

Das Halb-Stunden-Feature steht auf der Liste anstehender Veränderungen ganz oben. Auch kürzere Formate wurden angeregt. Zitat: "Es gibt Themen, die sich nach zwei Stunden noch nicht erschöpft haben. Es gibt andere, bei denen eine halbe Stunde reicht, 20 Minuten, 15 gar (... ) 15 Minuten können je nach Thema eine intensivere Wirkung hervorrufen als eine Stundensendung, bei der man nach 15 Minuten umschaltet (... ) Das Feature sollte sich von den alten Längenvorgaben auch ideologisch lösen. Es muss flexibler werden.

Sollte das Feature auf die lange Form also ganz verzichten ? Hieße das nicht - auf ein anderes Feld übertragen -, den Seitenumfang von Roman- und Sachbuchmanuskripten der verminderten Konzentra-tionsfähigkeit unserer Video-Clip-Kids anzupassen ?

"Dem Nachwuchs eine Chance" zu geben, sei ein wichtiges Argument für kürzere Feature-Formen, schrieb eine Studentin. Anfänger müssten sich ausprobieren können ("Keiner wird als Feature-Autor geboren"). Sonst werde das Genre eindimensional. Es vergreise. Also: Großes Haus und Probebühne, das Stundenfeature und die kurze Form nebeneinander.

Nur: w i e kurz darf ein Feature sein, das den Namen noch verdient ? Wo ist zeitlich die untere Grenze ? Feature heißt ja: tiefer schürfen, ein Thema gründlicher - von allen Seiten - behandeln. Ist ein Kurz-Feature überhaupt denkbar ?