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Im Gegensatz zur Filmkunst hat das Radio selbst nach 80 Jahren noch keine verbindliche „Sprache“ und nicht einmal brauchbare dramaturgische Termini entwickelt, die mehrheitsfähig (und damit „lehrbar“) wären. Wie die „Collage“, ein Wort aus der Bildenden Kunst, ist aber auch der Film-Begriff „Montage“ nicht ohne Einschränkung auf das Hör-Medium zu übertragen.
In der berühmten Treppenszene seines „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) fügt Eisenstein kürzeste Einstellungen kontrastierend an einander: „Die Stufen der Treppe hinab schreitet die Soldatenreihe / Die junge Mutter stürzt zu Boden und / stößt dabei gegen den Wagen mit dem Kind / Ein Kosak schlägt einen Arbeiter mit der Peitsche / Mit ihren Pferden jagen die Kosaken in die fliehenden Menschen (...) Der Wagen mit dem Kind / springt / über die Stufen der Treppe / Auf dem Treppenabsatz liegt die getötete junge Mutter (...) Die Treppe hinunter / holpert / über Leichen / der Wagen mit dem Kind / Die Reihe der Soldaten schießt in die Menge ...“ (Filmprotokoll).
Millionen Zuschauer haben das Stakkato dieser aufwühlenden Szene mühelos entziffert. Denn Bilder sind rascher lesbar als Wörter, Wörter rascher als natürliche Geräusche. Was das Auge in Sekundenbruchteilen liest, muss unser Ohren-Hirn-Komplex erst analysieren und interpretieren, das heißt wohl auch: in „Bilder“ umsetzen. Und obwohl das mit unglaublicher Geschwindigkeit geschieht, verläuft dieser Identifizierungs-Prozess immer noch weit langsamer ab als das Erkennen und Erfassen von optischen Bildeindrücken.
Hinzu kommt ein subjektiver Faktor (Wir hören, was wir erinnern - siehe Feature-Workshop in CUT 8/2000). Ein Propellerflugzeug, das
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