Manipulation is our business - wobei natürlich die handwerklich-gestalterische (manus - die Hand) und nicht die inhaltlich-verfälschende gemeint ist.

Im Radio müssen wir nicht unbedingt „ich“ sagen, sollten aber „erste Person singular“ meinen. Alles andere wäre Betrug - Vorspiegelung einer unerreichbaren Objektivität. Unsere eigene Stimme ist durchaus entbehrlich. Es gibt auch bedeutende Radio-Erzähler, denen andere ihr (besser ausgebildetes) Organ geliehen haben. Peter Leonhard Braun hat nie in seinen großen Features selbst gesprochen. Aber er war es, der darauf bestand, dass Featuremachen keine Frage bestimmter Tricks und Kniffe sei, sondern der Haltung - den Hörern, dem eigenen Metier und der Welt gegenüber.

Nein, wir sind keine Fliegenbeinzähler, wir berichten höchstens über solche - und möglichst so plastisch, dass sich unser Publikum das Fliegenbeinzählen vorstellen kann. Das Feature wäre das falsche Metier für akribische Faktensammler, die sich lieber mit Zettelkästen statt mit Menschen beschäftigen. Eine Radiosendung nur am Schreibtisch zu „bauen“, ist wie Reiten ohne Pferd - ein einsamer, unwirklicher Akt. Der Autor-Reporter muss hinaus gehen, selber fressen und verdauen und nicht Angelesenes, Leben aus zweiter Hand, wiederkäuen.