Bei Interviews beträgt die ideale Mikrophon-Entfernung 30 Zentimeter, in halligen Räumen oder lauter Umgebung auch weniger. Kopfhörer, besonders bei Aufnahmen mit Stereo-Mikrophon, sind Pflicht; ebenso Pop-Schutz bei Nahbesprechung und Windschutz im Freien. Mit dem Kabel bildet man am Mikrophon eine Schleife, um die Zugbelastung zu verringern. Eine ruhige Interviewhand muss geübt werden.

Sagten Sie gerade: „Ich bin Autor und kein Techniker“ ? Dann müssen Sie nicht weiterlesen.

Der Wunsch, sich unsichtbar zu machen („Fliege an der Wand“), verkennt nicht nur die Grundgesetze der Akustik sondern auch die Rolle des Autors im Rundfunk, einem Kommunikations-Medium. Und das gilt besonders für das Interview, das immer auch Gespräch und Meinungsaustausch sein sollte.

Zwei Möglichkeiten: Ich gebrauche mein Aufnahme-Instrument statisch, festgewachsen am Stativ - mein Gegenüber in Verhörposition, fixiert wie das bedauernswerte Opfer eines Portraitfotografen des 19. Jahrhunderts. Oder ich agiere dynamisch: Mein Interview-Gast wird Mitwirkender, Mitgestalter meiner Sendung, entspannter Partner, geht „aus sich heraus“. Das Mikrophon in diesem Fall ist Werkzeug (und technischer Mittelpunkt) unserer gemeinsamen Arbeit. Es muss nicht versteckt werden. Es folgt den Bewegungen und bewegt selbst. So viel zum Handwerk.

Der Autor, den ich meine, ist ein Allroundtalent. Er interviewt, er zeichnet Geräusche auf, er schreibt und gestaltet sein Werk dramaturgisch; er kann mit der Technik ebenso souverän umgehen wie mit der Sprache. Und er tut dies alles für ZUHÖRER.