Die Nadel in meinem Kopf

Tin­ni­tus — Volk­slei­den im Lär­mzeital­ter
Ein Fea­ture im Selb­stver­such (SFB / BR / NDR 1998)

Der Men­sch kann die Augen schließen, die Ohren aber nie — All­t­ags- erfahrung für acht Mil­lio­nen Deutsche, die von Ohrg­eräuschen gequält wer­den: Pfeifen und Rauschen, Knat­tern, Tuck­ern, Klopfen, Tuten, Knallen. Eine Mil­lion Betrof­fen­er, so schätzt die Deutsche Tin­ni­tus-Liga, lei­den beson­ders schw­er unter diesem Dauer­lärm, der immer da ist — Jahre und Jahrzehnte lang. Und den nie­mand son­st hört. Ein ein­sames, ein „mod­ernes“ Lei­den. Denn die akustis­che Umwelt- ver­schmutzung und Dauer­streß im Worka­holic-Rausch zählen ver­mut­lich zu den häu­fig­sten Aus­lösern.

Der Autor schildert den oft ver­heeren­den Ein­fluss der Innenohr- geräusche auf das Pri­vatleben der Geplagten. Er hat gängige und alter­na­tive Diag­nose- und Ther­a­piefor­men selb­st „getestet“. Und er traf Zeitgenossen, die mit „ihrem“ Geräusch Frieden geschlossen haben — zum Beispiel einen amerikanis­chen Jazzmusik­er, der über die Tag und Nacht in seinem Kopf ablaufend­en Ton­fol­gen auf dem Piano impro­visiert.