Die Grenzgänger

Log­buch ein­er Notret­tungssta­tion

Als Notarzt hat mein Nach­bar Joachim fast täglich mit der Nacht­seite des Lebens zu tun: Herz­in­fark­te, schwere Ver­let­zun­gen am Arbeit­splatz, Verkehrsun­fälle. Die Auto­bahn ist nicht weit, und die Straßen, die ins Gebirge führen, sind schmal und kur­ven­re­ich. Wenn er Dienst hat, ist mein Nach­bar oft länger als 24 Stun­den mit Hub­schrauber und Notarzt­wa­gen unter­wegs.

Von Beruf ist er Gren­zgänger, sein All­t­ag ist die Zone zwis­chen Leben und Tod. Das Fea­ture schildert diesen All­t­ag, begleit­et Notärzte zum Ein­sat­zort und die Patien­ten bis in den Oper­a­tionssaal. Es fragt auch, was aus Über­leben­den gewor­den ist, die Joachim und sein Team von der Straße auflas oder die Feuer­wehr aus ihren Wracks schweißte.

Und natür­lich hat die Sendung Krankheit, Ver­let­zung und Tod zum The­ma — den Aus­nah­mezu­s­tand, den wir heute so gern den “Ein­satzkräften” über­lassen, den Fach­leuten für die Nacht­seite. Gespräche zwis­chen den Ein­sätzen drehen sich auch um den Mythos von ewiger Jugend und Unver­let­zlichkeit, der von den Unter­hal­tungs-Medi­en erzeugt und im “wirk­lichen Leben” oft sekun­den­schnell so grausam zer­stört wird.